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The Great Faults – Coming Back Soon

greatfaultsPost-Indierock aus Mülheim an der Ruhr

„The Great Faults“ aus Mülheim an der Ruhr sind nur zu zweit.  Zu zweit?  Kann das von Vorteil sein? Ja, das kann.  Insbesondere,  da Martin Arlo Kroll und Johannes Wagner ihr musikalisches Handwerk perfekt beherrschen.
Martin Arlo Kroll,  Sänger und Gitarrist, steht für die eine Hälfte von „The Great Faults“.  Die andere ist Johannes Wagner, der in erster Linie durch unkonventionelle Schlagzeugarbeit auf sich aufmerksam macht..

„The Great Faults“ haben dieser Tage, genauer gesagt am 28.06.2013, ein gelungenes Debütalbum, betitelt „Coming Back Soon“, erschienen auf TGF records/Vertrieb ALIVE, vorgelegt.
Sie präsentieren uns Post-Indierock, kreativ, garagig, mitunter bluesig oder temperamentgeladen schräg.
Offensichtlich weiß das Duo ganz genau, welche Knöpfe in der großen, weiten Musikwelt zu drücken sind, damit des Zuhörers Kopf nickt, sein Fuß wippt, das Gesicht grinst.
Und das, obwohl Martin Arlo Kroll und Johannes Wagner noch eine ziemlich junge Band sind, d.h. ziemlich am Anfang stehen.

„Coming Back Soon“, das stellt man schnell fest, platzt fast vor Energie und Ideen.
Es ist ein Album voll bunter, kreativer Bilder, ausstaffiert durch einen straighten, rustikalen Sound.
Fast schon wie alte Hasen präsentieren sich die Mülheimer Jungs.
Sie sind einerseits roh und direkt, andererseits umsichtig und voller Charme, Authentizität und Groove.
Affekte und Künsteleien gibt es an keiner Stelle.

Nach einem leichtfüßigen, unverkrampften Intro löst der zweite Track „Parades“ tatsächlich die angestachelte Erwartungshaltung ein.
Hier regiert Indie, der lässig und eingängig ist und dessen Beats und Brüche sich ins Gedächtnis bohren.
Hier gibt es keine Ecken zum Verkriechen, kein Hakenschlagen, sondern gleich offen und ehrlich die volle Breitseite.
Die Gitarre lärmt verhalten aus der Ecke, und ohne sich dabei einen abzubrechen, grollt sie, heult auf und setzt hinterlistige Melodiefetzen ins Ohr. Ganz nebenbei ersetzt sie auch noch den kaum vermissten Bass.
Dazu rumpeln die Drums einen kantigen Rhythmus, der sich jedoch abartig schnell ins Hirn hämmert.
Trotzig poltern die Beats, stampfen sich fest und versuchen die Stimme zu begraben, was aber ein aussichtsloses Unterfangen ist.
Dann werden die Takte wieder heruntergedreht, tauchen komplett weg, aber nur, um wieder die Richtung zu ändern und das Feuer plötzlich von neuem aufflammen und losballern zu lassen.
Das sind so ganz besondere zentrale Momente von „The Great Faults“. Nämlich, wenn etwas auf der Kippe steht, aber trotzdem die Balance gehalten wird.
Nein, an Selbstbewusstsein und Können mangelt es „The Great Faults“ nicht.
Sie stehen auf eigenständigen Beinen.

Mit dem Song „Ring“, der Nummer Vier des Albums, schaffen es „The Great Faults“ vorzüglich, einen charismatischen Mitsingrefrain aus den Boxen zu schmettern.
Und das sich sowohl ins Ohr als auch ins Herz bohrende „Light“ mitsamt seines wunderbaren Gitarrenteils, der ohne viel Palaver auf den Punkt kommt, oder der Track „No, no“ mit seinen gefühlten zehn verschiedenen Tempi, verteilt auf drei Minuten, zeugen von Kroll`s und Wagner`s Experimentierfreude und ihrer Risikobereitschaft. 

Am Ende gibt es mit „Big Hearts“ den für mich persönlich schönsten Songs von „Great Faults“.
Genau, es geht auch ohne jegliche Fisimatenten. Es braucht nicht immer große Metaphern oder vertrackte Wortspiele, manchmal genügen einfache Dinge, ein schlichtes Kicken, ein Verbinden der Gegenteile oder ein Zügeln der Takte, um voll ins Schwarze treffen.

Und dann…..ganz zum Schluss, wenn man die Hand schon wieder fast am Player hat, um die CD herauszunehmen, genau dann gibt es noch einen kurzen, aber sehr gelungenen Abschluss, der dann im Fade Out verschwindet…(…Rosie..)

Bandseite: http://www.thegreatfaults.de
anhören: http://www.thegreatfaults.de/AUDIO.html

Live:
03.08. Gennep (NL), Summertime Festival
31.08. Witten, Treff
07.09. Duisburg, Grammatikoff
14.09. Mülheim an der Ruhr, Feldmann-Stiftung
15.09. Essen, Essen Original
27.09. Bochum, Rottstr5-Theater
28.09. Gießen, Cafe Amelie

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