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Brother Hawk – Big Medicine

brotherhawkHonest, Heartfelt Blues infused Rock from Atlanta, GA

(ro) So manch einen macht der momentan stattfindende Frühherbst ja ein wenig melancholisch. Steht doch der November schon in den Startlöchern, um uns in die dunkle, kalte Jahreszeit zu geleiten.
Aufmuntern kann man sich jedoch ganz wunderbar mit den  Klängen der Band „Brother Hawk“ aus Atlanta.

Immer wieder hat dieses Debüt-Album, betitelt „Big Medicine“, über die vergangenen Wochen hinweg den Weg ganz oben auf den Stapel gefunden, in dem die für mich zur Zeit  interessantesten CDs stets griffbereit liegen.
Denn die vier Jungs um Sänger J.B. Brisendine liessen mich mit ihrem „Honest, Heartfelt Blues infused Rock“ schon gleich bei den ersten Tönen aufhorchen.

Dass dieses Album in manchen Passagen an die fantastischen „Black Crowes“ oder auch an Neil Young erinnert, kann hierbei nur als Empfehlung dienen! Inspirieren lässt sich das Quintett im Übrigen auch von so unterschiedlichen Bands wie „Lynyrd Skynyrd“,  den „Allman Brothers“ oder auch  „Blackberry Smoke“.
Hochrangige Vorbilder, das! Klein-Klein ist jedenfalls nichts für die Jungs aus Georgia, wenn sie das Träumen und die großen Gefühle hochhalten und sich an der stürmischen, aber dennoch leichten Geste üben!

So warm, so erdig, so authentisch klingt J.B. Brisendine`s Stimme, die wie für eine Zeitreise in die Siebziger gemacht zu sein scheint.
Nicht nur in dem mitreißenden, hingebungsvollen Opener „Have Love, Will Travel“, sondern z.B. auch  im intensiv berührenden „Ghosts“, vereint er diese zusammen mit Nick Johns ( Keys, Vocals), James Fedigan ( Bass) J.C. Bartlebaugh ( Drums) und Joe Brisendine ( Harmonicas) zu einem stimmigen, aufregenden Ganzen.

Ja, einiges klingt wie aus den Seventies. Mit einer guten Kelle Southern gewürzt. Und auch ein bisschen Folk ist dabei. Und Rock natürlich.
Aber das ist nicht alles, da ist mehr. Eine energische Empfindsamkeit.
Hier und da blitzt Härte auf, die entschlossen alle Loser-Attitüde vor die Türe schickt und die Gitarre ihre Zähne blecken lässt.  Klar blicken die Jungs auf die Vergangenheit – aber das heißt nicht, dass sie altmodisch so tun, als lebten sie irgendwo in den 60ern. Überhaupt nicht.

Nein, wir brauchen keine überproduzierten, hochglanzpolierten Songs, bei denen die Gefühle oberflächlich touchiert werden. Wir brauchen emotionale, glaubwürdige Tracks wie diese.

Da dürfen die Instrumente mitunter auch mal lärmen und die langen Haare fliegen. Schwärmerische Gefühle, eine wabernde Orgel und ausufernde Gitarren-Mäandereien durch das Dickicht der Emotionen gehören dazu.
Plus, nicht zu vergessen, die Harp von Gastmusiker (?) Joe Brisendine, die so gänsehauterzeugend mit dem wahrhaftigen Gesang des J.B. Brisendine zusammengeht.

Am besten gefallen mir aber die ruhigeren Töne der Jungs wie das schön nachdenkliche und romantisch raunende »Half Empty“ mit feiner, nicht zu lauter Gitarrenmusik, oder  „Big Medicine“.
Denn mit schleppender Harmonica-Begleitung lassen sich Gefühlswirren doch bestens goutieren, mit Orgelklängen sowieso. Weil, eigentlich geht es nicht nur hier ums Lebendigsein, ums Glücklichsein, hier und jetzt.

Oder der Track Nr.7, betitelt “ L5P“ – das könnte meiner bescheidenen Meinung nach fast schon Filmmusik sein: Für ein Roadmovie, in dem man unter vorbeigleitenden Bäumen auf die hingebungsvollste Weise irgendwann irgendwohin verlorengeht.
Eignet sich wunderbar als Soundtrack für die nun vor der Tür stehenden dunklen, stillen Novembertage! Und Zeit zum Träumen sollte man sich dabei lassen, viel Zeit!

„Brother Hawk“ malen in ihren Songs nie die großen Tragödien an die Wand, und doch sind ihre Lyrics von aufrichtiger Intensität gekennzeichnet.
Die Endlichkeit von Liebe, der Abschied von Hoffnungen wird mit unsentimentalem Blick und mit großer textlicher Wahrhaftigkeit ausgestaltet.
Und wenn ich dann dem Track Nr. 4, betitelt „Midnight in Tifton“ zuhöre, der wundervoll schleppenden Harp und dem schön schlunzigen, emotionalen Gesang, dann denke ich an sommerstille Dämmerstunden in Cherokee.
An viel Grün und noch mehr Wasserfälle und Schlangenlederstiefel.
Ich denke daran, dass es immer wieder Alben gibt, die es verdient hätten, dass einige Hörer mehr auf dieser Welt stehenbleiben und zuhören, sich dabei einen „LA1 Louisiana Whiskey“ genehmigen und danach vielleicht jemanden spontan umarmen.
Vielleicht sogar jemanden, den sie schon immer mal nahe bei sich spüren wollten….(..Rosie..)

Songliste „Big Medicine“:
1.) Have Love, Will Travel // 2.) Half Empty // 3.) At Long Last // 4.) Midnight In Tifton // 5.) Big Medicine // 6.) No Room To Rust // 7.) L5P // 8.) Ghosts // 9.) Haywood Heartache // 10.) Scarlett

Bandmitglieder:
J.B. Brisendine – Guitar, Vocals
Nick Johns – Keys, Vocals
James Fedigan – Bass
J.C. Bartlebaugh – Drums
Joe Brisendine – Harmonica

Engineered and Mixed by T.J. Elias at The Quarry in Kennesaw, GA
Mastered by Billy Joe Bowers
Artwork by John Henry Gloyne
Layout by Brent Baldwin

Wer die Jungs gerne mal live anschauen und anhören möchte, hat z.B. zu folgenden Terminen die Gelegenheit dazu ( weitere Europa-Termine gibts auf der website) :

14.10.2016 Bluesgarage, Hannover
15.10.2016 Bar Freppel, Saint Martin, France
18.10.2016 Sala Niagara, Santander, Spain
19.10.2016 Kafe Antzokia, Bilbao, Spain
20.10.2016 Sala Acapulco, Gijón, Spain

www.brotherhawkatl.com
Black Pike Favorites GmbH

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