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Eat Ghosts – AN TI E GO

(ThoSie) Eat Ghosts aus Potsdam haben am 23.09. diesen Jahres ihr Debüt „AN TI E GO“ veröffentlicht, dabei hat die Band bereits 2013 ein Debüt-Album mit dem Namen „Germinal“ auf die Welt losgelassen. Wie veröffentlicht man als Band zwei Debüt-Alben mag man sich da fragen. Die Antwort ist einfach: man benennt sich in der Zwischenzeit einfach um und zack, befindet man sich in der Lage zwei Debüts rauszubringen. Eat Ghosts trugen früher nämlich den Namen „Minerva“ und haben ein Konzeptalbum zum Thema industrielle Revolution rausgebracht und ihre Konzerte mit Theater kombiniert. Alles progressive Mucke versteht sich. Die Mannschaft hat die Umbenennung hörbar unbeschadet überlebt und schifft weiterhin gemeinsam auf Prog-Gewässern. Die Besatzung setzt sich wie folgt zusammen:

Enrico Semler – Bass, Vocals

Jan Waterstradt – Gitarre, Background-Vocals

Martin Mann – Schlagzeug, Percussion, Background-Vocals

Benjamin Ihnow – Saxophon

Saxophon? Kann mich jemand zwicken? Nach den ersten Sekunden in der Platte wird aber deutlich, dass ich nicht träume, sondern Zeuge von modernem Progressiv-Rock mit Saxophon werde, und das noch aus Potsdam. Nimmt einen das Intro noch auf mythische Weise mit startet „Talk To The Sea“ direkt mit einem funkigen Groove. Unterm Strich werden beim Hören des Albums drei Sachen ziemlich schnell klargemacht: erstens verstehen es die Jungs das Saxophon in ihren progressiven Rock zu integrieren und zwar als ein passendes Puzzleteil ihres Sounds. Absolut keine Selbstverständlichkeit, wirkt der Sound mit Saxophon teilweise überladen oder das Instrument passt nicht so recht zum restlichen Arrangement.

Zweitens: die Jungs sind musikalische Grenzgänger. Zu hören bekommt man hier nämlich einen Mix aus Prog-, Jazz-, Krautrock mit einer Prise Funk und Hendrix-Gitarrensound (bis auf das später erfolgreich integrierte Saxophon kennen sich übrigens alle Musiker aus einer Hendrix-Coverband).

Und drittens merkt man den Potsdamern an, dass sie gerne und lange Jammen – das längste Stück „EchoEcho“ erstreckt sich auf über acht Minuten. Abgesehen vom Intro hat es nur der Titeltrack nicht über die 6-Minuten-Marke geschafft. Das tut der musikalischen Komplexität des Songs aber überhaupt keinen Abbruch, treibende Toms und Westerngitarren verlieren sich in einem sphärischen Gitarrensolo um danach wieder zum Anfangsriff zurückzukehren. Das Saxophon sorgt für die jazzigen Momente zwischendurch. Liest sich nach einer abwechslungsreichen und runden Sache, so hört es sich auch an.

Prinzipiell muss man festahlten, dass die Band es versteht, progressiven Rock zu machen ohne sich in den Fußstapfen großer Vorbilder zu verlieren. Im Gegenteil drücken sie der Harmonik von progressiven 70er Jahre Rock ihren eigenen Stempel auf und verleihem dem Ganzen einen neuen Schliff. Besonders hervorzuheben sind hier die Stücke „Fancy Free“, „AN TI E GO“ und „EchoEcho“. Hier stimmt einfach vieles, die Gitarre und das Saxophon harmonieren als Melodieinstrumente, das gleiche gilt für Bass und Schlagzeug. Gerade „Fancy Free“ ist eine echte Perle. Einziger Kritikpunkt von mir ist, dass sich beim Hören des Stückes ein triumphales Ende andeutet, das dann aber auf der Album-Version nicht kommt. Der Track hätte es auf jeden Fall verdient! Live mit Sicherheit eine ganz andere Nummer, Kollege Jens kam schon in den Genuss die Jungs als Vorband von Wucan live zu erleben und war vom Auftritt angetan: (https://rockblogbluesspot.com/2017/11/05/wucan-blackberries-eat-ghosts-muenster-jovel-28-10-2017/).

„Alte Geister hinter sich lassen! – es gibt noch einige Geschichten zu erzählen…“ – steht auf einem Promotext und das glaube ich im Bezug auf Eat Ghosts und ihren weiteren Werdegang auch. Ich bin gespannt welche Geschichten die Jungs noch aus ihren Köpfen zaubern. (Thomas)

Eat Ghosts – „AN TI E GO“ VÖ 23.09.2017 Sonic Attack Records

1. Wal 01:32

2. Talk To The Sea 06:05

3. Fancy Free 06:11

4. AN TI E GO 05:51

5. Rattle, Shatter, Creak 07:11

6. Echo Echo 08:24

7. Hold On 06:40

https://www.facebook.com/eatghosts/

https://eatghosts.bandcamp.com/

Einsortiert unter:Album Reviews, Jazz, Krautrock, Prog, Rock, ,

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