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Helldorado-The Incredible Rock & Roll Freakshow 2017

 

(KiS) Speedfest? War gestern! Also dieser „Nachfolger“ hat es wirklich in sich. Crazy. Ich hatte alles erwartet, aber nicht dies. Die Krönung des Festivaljahres. Eine Wellness-Veranstaltung im Festivalbusiness! Peter van Elderen, ehemaliger Sänger und Gitarrist von Peter Pan Speedrock, ex-Organisator des SPEEDFEST konnte es wohl nach einem Jahr Pause nicht lassen. Er hat einen wilden Traum ins Leben gerufen, mit mehr als das Rock’n’Roller-Herz begehrt. Das kulinarische Angebot: vom Feinsten. Der Kaffee: vom Feinsten, Toilettenquantität: vom Feinsten. Unterhaltungsqualität: vom Feinsten. Das Ambiente: liebevoll und professionell, Güteklasse A.

(vo) Vorab ein großes Kompliment an die Veranstalter: perfekter zeitlicher Ablauf, besser geht nicht, ich konnte alles genießen, was ich mir im Vorfeld als „unbedingt gucken“ notiert hatte. Vier Bühnen zierten die Helldorado Veranstaltung. Notiert waren bei mir vor allen Bands, die ich nicht kannte oder bisher nur von Konserve, aber natürlich auch bekannte Wegbegleiter, die ich immer wieder gern live erlebe. So eine Band betrat um 17:30 die Bühne im Cobra Saal: Monomyth. Feiner Weise kenne ich die Band seit 2012 und habe sie schon einige Male in Aktion erleben dürfen und wenn es denn losgeht bin ich im Abflugmodus: auch für die heutige knapp 40-minütige Auftrittszeit: völlig monomythisiert sozusagen. Wunderbar zeitloser psychedelischer Rock der Extraklasse, der mit kräftigen „Losschwartelementen“ angereichert wird. Wer’s nicht kennen sollte bitte hurtig zur Schaltung auf ihrer Bandcampseite. Wunderbar, Wunderschön, einfach herrlichster Stoff!


Tyler Bryant & The Shakedown: eine Fußballhalbzeit beseelter, kerniger, bluesiger Hardrock, den ich seit meiner Jugendzeit (ist schon lange her) heiß und innig liebe, damals Ten Years After, Chicken Shack, Mountain, später in den 80ern vor allen Dingen Cinderella, Circus of Power, Zodiac Mindwarp. In diesen Gefilden bewegen sich Tyler und seine Jungs sicher und sehr souverän, besonders hervor stachen die Slidegitarren-songs. Fazit: Hardrock, der in jede Spelunke oder auch ins Stadion passt.


Bei Dead Lord dachte ich in der Vergangenheit, in der ich sie in den letzten beiden Jahren gefühlt 8 – 10 mal sah, immer: Das ist ´ne Thin Lizzy und Wishbone Ash Coverband. Aber mit dem neuen Album im Gepäck hört sich ihr Sound nun doch ein kleines bißchen anders an, breiter gefächert, gut in Zeiten des leider sehr oft totproduzierten Classic Rocks. Die Meute aus Schweden rockte die Tarantula Stage als perfekten Soundtrack zum gutem Biervernichtungsmodus, den einige Damen und Herren um mich rum einschalteten, hau weg die Scheiße…..


Birth Of Joy: auf der Cobra Stage mit solidem Auftritt. „Get Well“ nannten sie ihr letztes Album, die heutige Livedarbietung brauchte die aber nicht, im Gegenteil: die Vorbilder des Trios werden zitiert (u.a. MC5, Doors) aber nicht plagiiert. Im Februar 2018 steht das nächste Album zur Veröffentlichung an.


Nashville Pussy. Wie immer Highspeed Rock´n´Roll: dreckig, laut, Motherfuckig, die beiden Mädels, Bonnie-Bass, Ruyter-Leadgitarre, sind geborene Bühnenberserkerinnen (ich weiß, ein uncharmanter Ausdruck, aber passend), Mister Cartwright, der Ehegatte von Ruyter, bellte und röhrte die Texte in die Lion Arena. Der Tobfaktor in der Halle tendierte gegen unendlich, besonders natürlich beim Oberschädelspalter „Go Motherfucker, go“. 60 Minuten kurz ging die Post ab, und mir tat alles weh….

Zwischendurch schlenderte ich immer mal wieder durchs Gebäude, schaute mir sogar mal Mambo Kurt an, schräg von der Seite, passend zum Sound und ließ mir den hervorragenden Kaffee schmecken, natürlich in den Niederlanden Pommes mit Mayo, trank mit alten und neuen Bekannten einige Schorlen im Biertischgarniturenvorraum, der zentral hinter dem Eingang auch zum Ausruhen einlud. Es gab an anderer Stelle Varieté mit Messern und Schlangen, Wrestling mit Wrestlern, die von einer Metalband laut und packend angefeuert wurden, sehr gute Umbaupausenmusik, und Merch, Merch, Merch. Und: einen Singer/Songwriter, der in einer überdimensionalen Musikbox gegen einen Obulus Gassenhauer vortrug! Ich hoffe auf eine Fortsetzung in 2018 für dieses Rock´n´Roll-Delikatessen-Kaufhaus mit vielfältiger Animation.

(KiS) Ich beginne am Anfang. 13:30 spielen Duel  auf der Cobra Stage. Mit Tom Frank (Gitarre/Gesang) ,Shaun Avants (Bass/Gesang), JD Shadowz (Drums) und Jeff Henson (Gitarre) stehen texanische Energiebündel auf den Brettern, und schmettern uns Songs ihres zweiten Album „Witchbanger“ um die Ohren. Hier wird Wut in harte Riffs umgesetzt, Horror und Verderben schallen von der Bühne. Wow! Also wenn der Tag so weitergeht…  und er tut es.

La Muerte, Punkt 16 Uhr werden die Kerzen entzündet. Mehr Nebel gab es glaube ich am ganzen Festival nicht. Die Achtziger donnern mit voller Lautstärke durch die Halle. Eine der wenigen Bands, die ich nach dem „3-Songs-Fotografieren-und-weg“ doch noch bis zum Ende genieße und mit glänzenden Augen verlasse in Richtung Merch. Endlich – ein T-Shirt!

https://rockblogbluesspot.com/?s=La+Muerte

Fotos: https://www.facebook.com/pg/kirstenrockt/photos/?tab=album&album_id=526628501033826

Belgische Freunde. Nie um einen Musik-Tipp verlegen, erwische ich dank  Empfehlung (Benny)  um 19:30 The Lords of Altamont auf dem richtigen Fuß.  Prima Abwechslung mit 60ies Garage Rock und Heavy Psych Sounds aus Los Angeles! Frage mich, wieso ich diese wahnsinnig Verrückten nicht schon früher gesehen habe. Tanz auf der Orgel, Flashlights, ein echter Rausch: https://www.youtube.com/watch?v=ide1q3-LiJQ

Danach geht es nur noch Schlag auf Schlag: 20:10 Orange Goblin, 21:00 Nashville Pussy (siehe oben) 21:15 Big Business 22:00 Red Fang, 23:00 The Darkness, 24:00 Triggerfinger.

Orange Goblin fahren alles auf, was die Band zu bieten hat und mehr. Wie der Gladiator in der Arena tritt Ben Ward auf die Bühne, seine Jungs rocken was das Zeuch hält, und dem geneigten Publikum wird nach eifrigem Gerempel und Getanze vor der Bühne auch noch Augenschmaus zuteil. Ein leichtbekleidetes Feuerspucker-Pärchen sorgt für weitere Hitze, kann aber den Bierdurst wohl nicht ganz stillen. Party!

Big Business, wieder so ein Tipp…! Ein Duo mit vier Fäusten möchte man fast sagen…Jared Warren und Coady Willis sind bombastisch, laut, schnell eine heftige Sache, bekommt unter den Duetten von mir die Gold Metal- Medaille. Wer den Namen demnächst mal lesen sollte auf seiner Live-Gig Liste: hin da! https://bigbigbusiness.bandcamp.com/

Red Fang dagegen dürfte auch dem letzten Stoner Fan ein Begriff sein. Das Ambiente in traditionell- klassischem Rot gehalten rocken die Herren Song für Song mit jeder Menge Spaß und Hingabe. Das Publikum ist angetan als würde schon der Headliner spielen – kein Wunder die Herren aus Portland haben in letzter Zeit enorm Kariere gemacht. Zusammen mit Mastodon auf Tour… uihhh! Kann sich sehen lassen, Daumen hoch!

Bleiben noch: The Darkness. Zugegebener Maßen waren mir die Jungs völlig unbekannt und der Name rief erst einmal düstere Assoziationen herbei. Und dann DAS. Sexy-Glitzer-Unterhaltung am späten Abend. Gut, dass die Kinder schon im Bett waren! Und Obwohl sich Herr Hawkins von den Fotografen wünschte schlank-gephotoshoped zu werden… Ach, das hat er doch wirklich nicht nötig, hab ich alles getan um ihn ins rechte Licht zu rücken. Aber gut, auch musikalisch, auf jeden Fall live, eine Wahnsinns- Sache. Schlaumeierwikiinfo am Rande: Seit Mai 2015 spielt Rufus Tiger Taylor, der Sohn des Queen-Drummers Roger Taylor, Schlagzeug. Bäms!

Triggerfinger. Belgien. Band. Zu Recht Highlight des Abends. Vielleicht haben krasse, exotische Aktionen am heutigen Tag stattgefunden, aber völlig egal, dem Ruben Block- Charme erliegen sie alle. Mit Mario Goossens: Drums und Monsieur Paul (Van Bruystegem): Bass verstärkt an diesem Abend noch – ich nenne ihn mal: Mr. Perkussion die Band. Herr Block, singt, spielt Gitarre, erklimmt das Schlagzeugpodest und auch den Bühnenrand und weiß im extravaganten Anzug (auf den Leib geschneidert würde ich vermuten) zu gefallen. Seit 1998 sind die Herren umtriebig, promoten sie zu Zeit ihre neue Platte Colossus – ein kleiner Teaser kann nicht Schaden:

Ach, da steckt DER belgische Smooth, Riff whatever drin. Hört man die ersten 3 Töne, weiß man, es kann nur belgisch sein. Und das beim Helldorado in den Niederlanden. Auf gute Nachbarschaft! Good night. Goede nacht. Gute Nacht und bis hoffentlich nächstes Jahr, Liebe Rock & Roll Freakshow!

Mehr Fotos: https://www.facebook.com/pg/kirstenrockt/photos/?tab=album&album_id=527971174232892

Line-up: Triggerfinger • The Darkness • Red Fang • Nashville Pussy • Orange Goblin • The Death Do Us Part Dangershow • Imperial State Electric • The Lords of Altamont • Big Business • La Muerte • Kid Congo And The Pink Monkey Birds • Fifty Foot Combo • The Urban Voodoo Machine • The Rock ’n Roll Wrestling Bash • Birth of Joy • Dead Elvis & His One Man Grave • Tyler Bryant & The Shakedown • Tigre Blanco • Monomyth • Mambo Kurt • Dead Lord • Cunning Stunts Cabaret • DUEL • Komatsu • Captain Catastrophy • Bob Slayer • Brandy • Dennis & Denvis • Jeroen Leenders • Lucy Hopkins

Wir bedanken uns bei Oktober Promotion und beim Veranstalter für die Akkreditierung

 

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