rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

Vespero – Shum-shir

(vo) Vespero? Wer sind nochmal Vespero? Ah, es dämmert so langsam: von dieser Band hab ich doch ´ne Single, oder? Nein, sogar zwei: Eine mit den beiden Pink Floyd Cover Songs „Careful With The Axe Eugene + One Of These Days“ und eine Split mit der Band „Temple Music“, Vespero widmen sich auf dieser 7″ dem Song „Jennifer“ der deutschen Krautrocker „Faust“. Und was machen Vespero so außer Coversongs? Krautigen Progressivrock mit folkloristischen und elektronischen Elementen? Ja, könnte man so schreiben. Jedenfalls wunderbare, herrlich fließende Musik, die mich in einigen Sequenzen an die „Ozric Tentacles“ und an „Hölderlin“ aus meiner Geburtstadt Wuppertal erinnern, besonders durch den famosen Violinisten Vitaly, auch „Hölderlin“ benutzten durch Christoph Noppeney dieses Instrument in und an herausragender Position.
In Astrachan (Астрахань) in Russland 2003 von Ivan und Arkadi Fedotov gegründet war die Band seitdem sehr rege in Sachen Veröffentlichungen (siehe Bandcamp Link am Ende der Rezi), am Anfang waren es DIY Projekte, danach u.a. bei R.A.I.G. Records und Fruits de Mer, nun sind sie bei Dirk Raupach/Tonzonen Records gelandet, eine gute Wahl.

Shum-shir ist eine Äthiopische Zeremonie und Tradition, bei der die Teilnehmer die in den Songtiteln genannten Götter ehren und sich Rauch aus einem dazu angelegten Feuer – das mit diversen pflanzlichen Beilagen die richtige Stammwürze erreicht – reinrau(s)chen, und dann die ganze Nacht tanzen und feiern….

Den ersten Rausch verpasst uns die Band mit dem Titelsong (bei diesem Erlebnis brillieren sieben Musiker, bei den restlichen Songs immer fünf): Feuer frei für eine unglaublich stimmige Reise in eine Anderswelt, das pluckert und plackert und tirilliert….herrlich. Ich sehe schon eben eine nicht auf dieser Welt weilende Freakgemeinde vor der Bühne oder im heimischen Musikclub des Vertrauens dazu schweben und tanzen. Oder natürlich auch im häuslichen Stereobereich, dazu der Tip: das rotmarmorierte Vinyl auflegen, die aufklappbare LP Hülle auseinanderfalten und hinter dem Plattenspieler aufstellen und abtauchen…..sehr hypnotisch, aber irgendwie noch besser.
„Isidore´s Dance“ fängt dich auf gleich hoher Ebene ein: Traumflieger, Traumfänger, ein Traum: von Rhythmik, Energie, und dann diese Violine….boah! Macht Lust auf mehr, viel mehr, immer mehr.

Seite B beginnt mit „Gaya´s Dance“…was für ein Gelage: die Band haut dir dermaßen den Rhythmus unter die Schuhe, in den Körper und besonders ins Hirn, da musste einfach mit. Und dann dieser Teufelsgeiger Vitaly, herrje.
„Gulli´s Dance“: was soll ich noch groß schreiben. Natürlich doch noch was großes: GROSSARTIG!
„Hapi“: den Abschluß des Albums bildet ein unglaublich bunter Trip, klingt wie eine Reise durch den Regenwald mit all seinen Geräuschen und Eindrücken.

Diese phantastisch aufgeigende und aufspielende Band, die Songs, das Artwork, der Mix, der Sound, das Mastern (Eroc!), knapp 40 Minuten zum vergessen: leg die Platte auf, Augen zu und alles vergessen….(volker)

Seite A:

1. Shum-Shir 10:06
2. Isidore’s Dance 08:35

Seite B:

3. Gaya’s Dance 07:05
4. Gulli`s Dance 07:41
5. Hapi 07:31

Die Musiker:

Ivan Fedotov – drums, percussion, drum machine programming
Arkady Fedotov – bass, synths, flute (5)
Alexander Kuzovlev – guitars
Alexey Klabukov – keys, synths
Vitaly Borodin – violin

+ Alexander Timakov – percussion (1)
Rasul Shugaipov – voice (1)

Bandcamp

Tonzonen Records

Filed under: Album Reviews, Classic Rock, Elektronik, Experimental, Krautrock, Postrock, Psychedelic, Rock, Space, , , , ,

Januar 2018
M D M D F S S
« Dez   Feb »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  

Link zu unserem You Tube Kanal

Psychedelic.Space.Rock Festival VI am 21. – 22.09.18 in Möhnesee

Wild Dogs Festival in der Kulturfabrik Löseke in Hildesheim am 29.09.18

Euroblast Progessiv Music Festival in Cologne 05.10 – 07.10.18

Desertfest Antwerpen vom 12.10. – 14.10.18

Keep It Low in München am 19. + 20.10.18

Samstag, 03.11.2018 / RED LIGHT FESTIVAL in Falkensee

Leif de Leeuw Band im Culturpodium Vanslag in Borger/NL am 09.11.18

Dome Of Rock Festival 2018 22. – 24.11.18 Salzburg/Rockhouse

Diese Artikel werden gerade gelesen:

%d Bloggern gefällt das: