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Taming The Shrew – Cure

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(hjs) Als erstes stellte ich mir die Frage ob man ein Album rezensieren sollte das schon drei Monate auf dem Markt ist. Die Antwort fiel mir nicht schwer, in diesem Fall unbedingt. Die Rede ist von dem neuen Album der Regensburger Gruppe Taming The Shrew mit dem Titel „Cure“. Es ist das zweite Album der Band und noch einen Schritt reifer als das Debut. In der Besetzung Bass, Gitarre, Schlagwerk, Tasten und Gesang scheut sich der Fünfer nicht, sich der Anleihen verschiedener Stile zu bemächtigen. Bluesig unterlegt, Tendenzen zum Psychedelischen, einen Hauch Folk, vielleicht auch eine Prise Prog, abgerundet mit leichtem Rock Einschlag. So könnte man, wenn man denn überhaupt wollte, den Stil beschreiben. Jemanden aus der Band herauszuheben, das möchte ich hier nicht tun. Die Band tritt als Kollektiv auf und auch die Kredits zeigen dass auch alle am Songwriting beteiligt sind. Natürlich läuft eine Band mit Sängerin Gefahr, in der Post Blues Pills-igen Zeit genau mit diesen verglichen zu werden. Doch hier hinkt der Vergleich, zu unterschiedlich der Ansatz.

Das Album liegt mir als Schallplatte vor. Eingepackt in ein Gatefold Cover, sehr liebevoll gestaltet von Freya Geist Tattoos, im Inneren mit Livebildern versehen, macht die Hülle einen guten Eindruck, ein Downloadcode liegt bei. Das vorliegende Vinyl hat einen unschönen Stanzgrat, der sich aber verschmerzen lässt. Das Mittenloch ist zentriert und weist die richtige Größe auf. Ansonsten gibt es das Album auch auf CD und als Stream bei Spotify, Deezer, etc.

Musikalisch bekommt man die ganze Bandbreite auf die Ohren. Prägnante Vocals scheinen in verschiedenen Höhen und Intensitäten über dem breit aufgefächerten Klangteppich zu schweben, wie bei „Don`t“, einem in meinen Augen mutigen Opener. Allerdings wird man hier sehr gut in das Album eingeführt. Das Titelstück „Cure“ hat eher eine gesanglich dramatischere Note. Ein klangvolles Eingangsriff nimmt einen gleich mit. Hier geht es nicht um filigranes Gefrickel, der Song hat Druck. Vielleicht etwas orgellastig in der zweiten Hälfte, zieht es sich etwas, bleibt aber immer angenehm. „Inside Of You“ ist etwas rotzig, das Stück beschleunigt, lässt nach. Der Gesang windet sich, setzt Akzente, das Stück lässt den Hörer warten. Hier wünschte ich mir eine Gitarre, die den Gesang angreift, unterstützt und sich dann wieder zurückzieht. Das eher balladesk anmutende „Send Me Overseas“ präsentiert dem Hörer ein schönes Klavierintro, das Instrument begleitet den Gesang. Stimme und Tasten ergänzen sich harmonisch. Die Gitarre nimmt, etwas klagend, das Thema auf und führt es weiter. Ein ruhiger, schöner Ausklang der ersten Seite.
Der Opener der zweiten Seite, „Breathe“, ist zweifelsohne ein, wenn nicht das Highlight, des Albums. Schön von Gitarre und Gesang getragen entwickelt es sich zu einem Midtempo Stück mit spannenden Basseinsatz und Finale. Wie eine Hommage an Sophie Hunger mutet „Her Name“ an. Der Song groovt, der Fuß wippt. Nichts ist überfrachtet, alles auf den Punkt. Kauzig mit vielen Wendungen und einem Wechselspiel von Orgel und Gitarre kann die Band auch hier in vollem Umfang punkten. Das vorletzte Stück „Some Other Man“ hat eine leicht bluesige Note, mit eigenständigem Drive. Ohne Ecken und Kanten geht es nach vorne. Für mich das Stück mit dem größten Live Potential. Da bleibt keine/r ruhig stehen. Den Schlusspunkt gibt „Blue The Night“.
Ein gefühlvolles Stück welches nochmal die Kompaktheit der Band aufzeigt. Den Einklang von Melodie und Rhythmus mit schönen Hooklines.

Zusammenfassend kann ich sagen dass man eigentlich nicht an diesem Album vorbeikommt. Natürlich hört man hier klangliche Anleihen an die 70ger, die Band klingt aber nicht verstaubt oder wie eine Kopie. Sie klingen wie Taming The Shrew, Punkt! (hans-juergen)

Die Band:
Daniela Liebl (voc),
Josef Zweck (git),
Norbert Staudte (piano, hammond),
Heinrich Gmach (bass),
Felix Blume (drums)

Daten:
Spielzeit: 43 Minuten
Medium: Vinyl Schallplatte
Label: My Redemption Records / Cargo
VÖ: bereits veröffentlicht (8.11.2019)
Stil: Blues/Psych/Retro/Classic Rock

Beitragsbild Credits:
Uli Zrenner-Wolkenstein

Tracklist:
1. Don`t 6:05
2. Cure 6:26
3. Inside Of You 4:55
4. Send Me Overseas 3:44
5. Breathe 6:02
6. Her Name 7:09
7. Some Other Man 4:32
8. Blue The Night 4:12

Weblinks:
Some Aother Man – Live auf dem AquaMaria Festival
Website der Band im Internet
Präsenz der Band bei Facebook

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