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Johnny Fontane and the Rivals – Lemme Tell Ya!

johnnyfontanecd„Finest Mafia Blues Rock“ aus der Schweiz

(ro) Manchmal lässt mich mein Winterschlaf die erste Zeit des Jahres musikalisch so ziemlich verschlafen. Wie jedoch könnte man schneller aufwachen und aus dem imaginären Bett geworfen werden als mit wuchtigem „Mafia-Blues-Rock ohne Kompromisse“?
Aber keine Angst, auch wenn „Johnny Fontane and the Rivals“ auf dem Cover ihres Erstlingswerkes eine spezielle Artwork, nämlich einen offensichtlich soeben abgefeuerten, noch rauchenden Colt zeigen, warten sie hier durchaus auch mit klassischem Blues und friedlichen Balladen auf.

Denn dreht man das Digipack herum, sieht man, dass der Lauf der Waffe in einen Gitarrenhals übergeht.
Das ist natürlich Geschmackssache. Einerseits erinnert der Name „Johnny Fontane“ an Al Martino aus „Der Pate“, aber wenn ich andererseits bedenke, dass 2014 ein Jahr voller Konflikte, Kriege und Schreckensmeldungen war, sind Kampfgeräte jeglicher Art und Darstellung für mich persönlich immer ein ganz schwieriges Terrain.
johnnyfontanefoto Aber wie dem auch sei, die vier Herren aus der Schweiz, Tom Marcozzi – Voc/Guit, Philipp Lüdi – Keys, Lukas Zürcher – Drums und Christian Spahni – Bass haben mit „Lemme Tell Ya“ eine wunderbar abwechslungsreiche Scheibe vorgelegt.
In zwölf Songs aus der eigenen Feder zeigen sie zusammen mit einigen hochkarätigen Gastmusikern, was sie so alles im Köcher haben.
Schon zu Beginn lässt mich der rockige Opener „Black Cadillac“ die Ohren spitzen.
Oh ja, hier wird dem Hörer/der Hörerin sogleich druckvoll gezeigt, was die vier Herren unter „Finest Mafia Blues“verstehen. Ganz klar.
Dieser Song ist auf der Bühne bestimmt ein Kracher. Klasse.

Nach diversen Hördurchläufen binnen der letzten Tage hat für mich besonders der Song „This Ain’t Mississippi“ beständig an Potential gwonnen.
Wie sich dieses Lied geradezu aufreizend langsam entfaltet, immer wieder Brüche in die epische Breite legt, das begeistert mich überaus. Fabelhaft passt der ausdrucksvolle Gesang der nigerianischen Sängerin Justina Lee Brown.
Fast acht intensive Minuten, die das Genre und Justinas Stimme in aller Fülle zum Schillern bringen. Famos.

„Garymental“, ein Instrumentalstück, weckt bei mir Assoziationen an Gary Moore. Gänsehaut erzeugend und eindringlich, aber ohne Pathos.  Strotzend vor Spielfreude, die dabei jedoch stets konzentriert genug bleibt, um so der Versuchung zu entgehen, sich in nervenden Jams zu verlieren. Dieser Track erinnert mich an eine Taschenlampe, die mit ihrem Leuchten sogar die dunkelsten Gedanken verscheucht. Konsequent mitreißend, gleichzeitig fokussiert und kompakt. Und dazu vollkommen frei von Gesäge oder irgendwelchen unnützen Spielereien.

Ein feines Händchen haben „Johnny Fontane and the Rivals“ übrigens auch für ihre Gastmusiker gezeigt.
Habe ich schon erwähnt, dass sie z.B. von dem Hardrock-Gitarristen Vinnie Moore unterstützt werden, der höchst eindrucksvolle Soli zu dem Track „Tell me“ beigesteuert hat?
Und dass ein weiterer Gastmusiker, nämlich der Mundharmonikaspieler Marco Pantherra, bei dem Abschlusssong dieser CD, betitelt „Steam Train“, mitwirkt?
Dies tut er so inbrünstig und mitreißend, dass dem Hörer/der Hörerin der Mund offen stehen bleibt. Quasi im Takt stampft hier die Mundharmonika durch den Song wie eine Dampflok durch einen schwarzen Nachthimmel.
Ich habe das Gefühl, hier schöpft die Band am Ende nochmals aus dem Vollen. Ein Stück voller Dynamik, Glut, Zugkraft, und wohl auch darum für mich persönlich eines der besten Stücke von von „Lemme Tell Ya?“.

Natürlich bin ich nicht eben mit übermäßiger prophetischer Gabe gesegnet. In musikalischer Hinsicht schon gar nicht. Aber trotzdem kann ich mir sehr gut vorstellen, dass „Johnny Fontane and the Rivals“ mit ihrem Können, ihrer Energie und ihrem Charme sicherlich Erfolg beschieden sein wird…(..Rosie..)

Musiker:
Tom Marcozzi – Voc/Guit
Philipp Lüdi – Keys
Lukas Zürcher – Drums
Christian Spahni – Bass

Gastmusiker:
Vinnie Moore (Gitarre Track 5)
Justina Lee Brown (Gesang Track 7, Hintergrundgesang Tracks 3,6)
Marco Pantherra  (Harmonika Track 12)

Bläser (Track 2):
Sami Lörtscher (Trompete)
Beat Mürner (Altsaxophon)
Jonas Beck (Posaune)

Songliste:

1. Black Cadillac // 2. Hands On You // 3. Help Me // 4. I’m Gonna Die // 5. Tell Me // 6. Like A Real Man (2:35) // 7. This Ain’t Mississippi // 8. Not Close Enough // 9.Garymental // 10. Too Big To Fail // 11. Life Is Beautiful // 12. Steam Train

Fotos: Johnny Fontane and The Rivals PR-Foto

Mehr über die Band:
http://www.johnnyfontane.com/

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