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Mitch Ryder und Engerling in der COBRA Solingen am 20.02.2016

mitchryder(ro) “Good evening, Ladies and Gentlemen, my name is Mitch Ryder, I’ m from Detroit and this is the Engerling Band!”
Ein bisschen wie mein alter Freund Van „The Man“ Morrisson sieht der Herr Ryder aus, als er gelassen auf die Bühne tritt:  Ray-Ban Sonnenbrille, schwarzer Hut und dunkelgraues, frisch gebügeltes Hemd. Dazu sparsame, ein wenig schrullige Bewegungen.

Die auf der Bühne liegende, von mir im Vorfeld mit neugierigen Blicken beäugte Setlist zeigt mir, dass an diesem Abend nicht nur die allseits geschätzten, betagten Selbstläufer-Titel präsentiert werden, sondern auch einige der neueren und neuesten Produktionen.
Insgesamt eine Songliste wie aus einem Guss. Perfekt.

Trotzdem seit seinem legendären Auftritt im ARD-Rockpalast mittlerweile fast, aber nur fast, 40 Jahre vergangen sind, braucht sich Mitch Ryder beileibe nicht hinter seinen früheren Erfolgen zu verstecken.
Denn das nebelige Vibrato in der Stimme, das so anrührend an meinem Herzen kratzen kann, lauert noch genau so hinter dieser imaginären, dunklen Ecke, oder nein, erscheint sogar noch hingebungsvoller und rauer.
Wann habe ich und habe ich überhaupt von irgend jemandem jemals solch ein beseeltes, gänsehauterzeugendes „Gimme Shelter“ gehört?
In dieser tiefblauen Schwärze kann es nur Mitch Ryder vortragen. Niemand sonst. Nein.

Und ja, dass er seit langem mit den von mir immer wieder bewunderten Herren von „Engerling“ in einem transatlantischen Rockbündnis fest liiert ist, kommt uns, dem höchst begeisterten, in der Mehrheit aus gut gelaunten Herren mittleren Alters bestehenden Publikum natürlich zu Gute. Keine Frage.

Ohne Mätzchen und ohne Firlefanz bedienen die gestandenen „Engerlinge“ gekonnt ihre Instrumente, und das gibt erdig und kraftvoll einen satten, leicht retro angehauchten Sound. Wolfram Bodaq bedient lässig und mit Verve die Tasten, singt dazu im Background, und immer wieder, wenn ich ihn so anschaue, denke ich daran, dass ihm einmal von der „DDR“-Polizei beide Hände gebrochen wurden.
Besonders erfreulich für mich ist außerdem die so richtig fette und saftige Gitarre z.B. bei „War“ – von einem seine graue Matte schüttelnden Heiner Witte. Hit happens!

Kaum jemand in meiner unmittelbaren Umgebung, nämlich der 1. Reihe vor der Bühne, der dann beim seelenreichen “Freezin`in Hell“ mehr oder weniger textsicher seine mehr oder weniger rustikale Stimme erhebt.
Spätestens ab dann hat Mitch Ryder sein Publikum fest im Griff. Auch die, die sich bisher noch in der Beobachtungsphase befanden.

Und hinterher gibt es dann richtig Gedrängel am Merchandising-Stand, auf dem nicht nur jede Menge CDs des zwei Zugaben gebenden Herrn Ryder erworben werden können, sondern auch seine Autobiographie, betitelt „Devils & Blue Dresses“.
Diese hat er, sowie mir die nette Dame hinter dem Tisch erzählt, komplett selbst geschrieben. Das ist in der Tat erwähnenswert, denn heutzutage ist es zumeist üblich, sich dafür einen Hilfschreiberling zu engagieren.

Später, beim entspannten Heraustreten aus der Halle erinnere ich mich dann: damals, Anno 1979, leuchtete während des (alp-)traumhaften, bizarren Konzertes in der Essener Grugahalle der Vollmond vom nächtlichen Himmel, und heute, jetzt, im Februar des Jahres 2016 im beschaulichen Solingen, da schwebt ein leiser und kalter Nieselregen aus den dunklen Wolken.
Aber warm ist mir trotzdem.
(…Rosie…(die auch das Foto geknipst hat… ))

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