rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

Desertfest Berlin 28.- 30.4.2017, der Freitag

Foto: Motte

(KiS) Erster Tag in Berlin. Nach langwierigem Anreiseversuch am Donnerstag ist es endlich soweit: Freitagsstart in neuem Ambiente (Badehaus), das atmosphärisch sehr, sehr schön ist, aber schon ahnen lässt, dass bei der ein oder anderen Band hier noch ordentlich Gedrängel entstehen wird.

Ich mache um 19:30 einen Ausflug ins Cassiopeia mit den Kölner Erste-Reihe Mädels, die das Glück hatten gestern schon zur Warm-up Party hier zu sein. Ich fühle mich dadurch sehr schön unterstützt, muss ich  mich doch als normalerweise lieber Zweite-Reihe Mädchen erst in die Photo-Vip- Rolle einfinden. Es spielen Desert Mountain Tribe auf. Jonty Balls: Gitarre/ Gesang, Philipp Jahn: Bass, Felix Jahn: Schlagzeug aus „London via Köln“ haben den psych-Sound drauf, Lichteffekte, der dustere Keller, alles passt man fliegt trotzdem in den Wolken und wundert sich nachher dass draußen noch Tageslicht herrscht. Die drei Jungs touren noch bis Anfang Juni durch Europa. Rock on!

Von meiner Seite auf der Strecke geblieben, weil letztes Wochenende erst gesehen: Bongzilla, Wolves in the Throne Room. Elephant Tree und Yuri Gagarin, Wight wegen Überfüllung und Überschneidung.

        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(vo ist kursiv) Neu in diesem Jahr war eben die Bühnenverteilung auf mehrere Ebenen, also Astra Kulturhaus mit Foyer- und Mainstage und noch, nach kurzen Fußmärschen erreichbar, die Bühnen im Badehaus und im Cassiopeia.
Freitag, gegen 18 Uhr. Erwartungsvoll begab ich mich zu einem kurzen „walk through the Berlin desert zone“, denn im Badehaus des Desert/Astra Festivalgeländes wollte ich mir den ungekünstelten, dreckigen, hingebungsvollen und sehr intensiven Blues holen, und  holte ihn mir, zu 110 %.
Zu verdanken haben ich und alle anderen Zuhörer das Herrn Christian Hede Madsen alias Bellhound Choir, früher Gitarrist der Stonerband Pet The Preacher, nun preacher for the Blues. Steelgitarre, dunkeltiefgrummelgründige Stimme und Texte aus dem wahren Leben oder über die Ware Leben, mehr braucht es nicht für einen Gänse-, Kiwi- und Orangenhaut verursachenden Auftritt. Und auch in Dänemark kannst du dir den Blues holen, denn Christian stammt von dort. Er verlegt kurzerhand das Mississipppi Delta ins Badehaus (passt ja) und präsentiert uns für eine Dreiviertelstunde mit tiefster Inbrunst Werke aus seinen bisher drei erschienen Alben, das zuletzt erschienene, „Worried Kid“, bekam natürlich die größte Priorität. Aber in tiefstem Herzen verblieb mir bei diesem Auftritt der auf der vorletzten LP „Imaging The Crackle“ vorhandene Song „Slow Pain“, was für ein Song! Und er funktioniert erstaunlicherweise, aber aufgrunnd der großen Kunst des Christian, auch ohne die Stimme von Camilla Munch, die auf dem Album diesem Kleinod des zeitgnössischen Blues den Kick verleiht. Und als die Technik mal für kurze Zeit den Blues bekam stellte sich Christian vorne an den Bühnenrand und spielte und shoutete unplugged…..Als wir wieder auf dieser Welt weilten merkten wir, wie sehr uns diese Vorstellung mitnahm….auf eine Reise durchs Delta! Ich verneige mich vor großer, aufs wesentlichste und gekonnt reduzierte Gesangs- und Saitenkunst, und oben, da bin ich ganz sicher,  freut sich John Campbell über einen sehr legitimen Nachfolger…

Christian Hede Madsen a.k.a. Bellhound Choir

Tuber! Rein Instrumental! Wir vom Blog sind immer noch mächtig stolz das wir diese phantastische Truppe um die Gebrüder Yannis und Nikos Gerostathos, Paris Fragkos und Yannis Artzoglou quasi mitentdeckt haben und 2015 zu einem Freak Valley Festival Auftritt verpflichteten, die Spielfreude und das Können der Jungs zündete damals hunderte von Freaks an, brachte sie zum taumeln, wie eine Welle schwappte die Begeisterung durch`s AWo Gelände, zu hören auf dieser Live LP. Und auch am heutigen Abend wurden im Foyer von den ersten Tönen an Lunten an die Halswirbelsäulen und unter die Füße gelegt, Diagnose hinterher: schwerster Tubernacken, den „Lap Dance“ im Oberkörper, „Firebird“ unter den Füssen und den „Sucker Punch“ im Herzen. Und irgendwann noch in meinem Leben möchte ich bei diesem Übersong vorne am Bühnenrand stehen und die zuhörenden Freaks zum Takt des Songs dirigieren, Freakwellen von rechts nach links, von vorne nach hinten…..vielen herzlichen Dank speziell für diese Truppe aus Griechenland an das komplette Sound of Liberation Team um Beth und Matte, Kat, Anders und Denny. Hoffentlich hab ich niemanden vergessen!

Nikos Gerostathos

Paris Fragkos

MAMMOTH MAMMOTH

Oh, wie hab ich mich drauf gefreut, und oh wie genial wenn Erwartungen noch übertroffen werden! Nicht nur, weil das Badehaus in erotisches Rotlicht getaucht ist ein Auftritt für die Lendengegend. Mikey Tucker versprüht animalische Sexiness, ein Sänger zum anfassen auf Kuschelkurs. Er screamt, er singt er entertained die Bühne und gibt alles, inklusive legendärer Bierdusche. Die passende, energetische Untermalung wird erzeugt vom ruhigen Pol am Bass durch: Pete Bell. Schweißtreibende Beats und volle Wucht aus dem Hintergrund von: Frank Trobbiani,  An der Gitarre unter ebenfall körperlichem Maximaleinsatz (Bierlachenrutscher): Spliff

Unterhaltsamster Auftritt des ganzen Festivals für mich. Da kommt man wieder raus, die Ohren klingeln und die nächste Band, egal wer, hat es schwer da noch Eindruck zu hinterlassen. Gleich noch mal den heutigen 4.5. im Kalender anmerken, Sonic Ballroom Köln. Und am Tag danach im Pitcher, in der für Kölner verbotenen Stadt. Beide Auftritte supporten ihre Landsleute Riff Fist, der Name ist Programm! Siehe Desert Samstag.

 

Saint Vitus:

Zu später Stunde, und schon voll bis zum Anschlag. Die Halle natürlich!

 

Von 23:30 – 1:00 reißen sich die Herren nochmal den A*** auf und bringen die Desertfester zum beben. Legenden leben. Seit 1979 doomen, heavy, stoner und punk rocken die langhaarigen Urgesteine aus Los Angeles die Bühnen dieser Welt. (vo) Für mich als älterem Semester war es eine Reise ans Ende der 1980er Jahre, meine auch grauen Zellen erinnern sich an einen Zeitlupenhaften Berserker Auftritt irgendwo im Pott. War wahrscheinlich zu verdoomt um mir zu merken wo. Jedenfalls besaß ich seitdem „Mournful Cries, V, Live und C.O.D.“, die auch heute noch in meinem Plattenregal stehen. Und wenn mich meine Augen, trotz mehrerer Dioptrien, nicht täuschten waren Dave Chandler und Scott Reagers als Urgesteine noch dabei. Ich fand das dargebotene Doomgebräu für ca. 45 Minuten süffig und schmackhaft, leider nur 45 Minuten, denn ich wollte noch ein bißchen durch die Berliner Nacht fliegen….

Also auf in´s Cassiopeia zu Yuri Gagarin. Aber leider dort ein Andrang, keine Chance wenigstens einen kurzen Blick zu erhaschen. So hörte ich mir den Abflug der schwedischen Spacerocker mit „Oblivion“ eben von draussen an.

 

Zum Cassiopeia begleitet uns der Mond von Friedrichshain…..und hierher geht es zum Desert Zone Samstag:

 

Alle nicht gekennzeichneten Fotos: á Kiki No

Einsortiert unter:Live Reviews, , , , , , , , , ,

Unsere Facebookseite

Link zu unserem You Tube Kanal

SOL präsentiert: The Atomic Bitchwax / Greenleaf / Steak Tour November/Dezember 2017

St.Hell Festival am 27.+28.12. 2017 im Gruenspan/Hamburg

Tonzonen Labelnight in der KuFa Krefeld am 13.04.18

Diese Artikel werden gerade gelesen:

%d Bloggern gefällt das: