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Eamonn McCormack – Like There’s No Tomorrow

(hwa) Das Cover ist schon mal außergewöhnlich gut durchdacht. Grundsätzlich in Schwarzweiss gehalten. Mit zwei Ausnahmen: Als Referenz an McCormacks Heimat Irland wurde der Albumtitel „Like There’s No Tomorrow“ grün und McCormacks E-Gitarre in Grün und Weiß eingefärbt. Das hat eine verblüffende Wirkung und sticht sofort ins Auge. Und die Musik? Überwiegend pure earcatcher…

Es war ein langer Weg von den 1990er Jahren, in denen McCormack unter dem Pseudonym Samuel Eddy in Europa die Livebühnen unsicher machte und eine beachtlich gute Kritikerresonnanz einheimsen konnte.

Rory Gallagher sagte gerne zu, seinen Landsmann Samuel Eddy auf dessen Studiotrack „Falsely Accused“ als welcome guest an der Gitarre zu unterstützen.
Das Album hieß ursprünglich „Strangers On The Run“ (aus 1995 bei SPV und mittlerweile vergriffen) und wurde 2012 als „Kindred Spirits“ mit einer bis auf drei Titel unterschiedlichen Tracklist via in-akustik erneut veröffentlicht. „Falsely Accused“ ist beide Male vertreten.

Das zeugt von hohem Respekt McCormacks Rory gegenüber. Aber im Zweifel liegt ihm ja seine Verbundenheit zu Gary Moore oder Thin Lizzy noch näher am Herzen.
Die hat er aufgesaugt wie ein Schwamm. Und es passt.

Der Electric Set auf CD 1 (11 Tracks) macht es deutlich: Gary Moore und Thin Lizzy haben McCormack geprägt. Da verwundert es nicht, dass Jonathan Noyce am Bass und Darrin Mooney am Schlagzeug mit an Bord sind. Die beiden bildeten einstmals das Rückgrat bzw. The Power House Rhythm Section von Gary Moore.

Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass „Still Missing You“, „Lousy Day“ oder „Running Back To You“ in etwa so von Gary Moore komponiert und interpretiert worden wären. McCormack kriecht in Moores Seele und kreiert mit Moores Ex-Band bemerkenswerte Tributes.
Zwischendurch wird bei „Internet Star“ (Track 7) sogar Albert Collins soundmäßig die Referenz erwiesen. Sehr fein!
Aber wir wollen hier keineswegs Phil Lynott vergessen.
Der wird mit dem von Lynott bislang unveröffentlichten „One Wish“ (Track 4) verewigt.
McCormack plus Band präsentieren es so, wie es Lynott mit großer Wahrscheinlichkeit goutiert hätte.

Im Hinblick auf CD 2 (Acoustic Set, 7 Tracks) hält sich meine Begeisterung trackweise in Grenzen. „Die CD beginnt mit einem überzeugenden Tribut an Rory Gallagher“ heißt es dazu im Waschzettel. Rorys unverwechselbarer Gitarrensound wird bei „No Airs And Graces“ aber nicht mal ansatzweise erreicht. Es kam mir spontan Pink Floyd mit „Wish You Were Here“ in den Sinn. Sei’s drum!

„You Take My Blues Away“, eine Liebeserklärung an Cormacks Tochter, ist da wesentlich stringenter. Viele weibliche Fans werden es lieben – tolle Covermöglichkeit für Eric Clapton.

„It’s Not The Spotlight“ ist eine zu Herzen gehende Komposistion von Gerry Goffin. Passt aber eher zu Chris de Burgh (Ist der dem Grunde nach nicht auch Ire?)

„Heaven’s Cry“ ist eine Steilvorlage für Neil Young. Ob der die Mundharmonika und die Harmonies noch toppen könnte?

Bei „Breaking Down“ habe ich eine Verbindung zu J.J. Cale festgestellt.

Der Königstrack auf CD 2 ist aber zweifellos „This Guilt I Feel Inside“.
McCormacks Stimme ist gebrochen und bittet flehend um Verzeihung. Sehr intensiv und slowbluesmäßig nicht von schlechten Eltern.

Bei „Angel“ von Jimi Hendrix kann man ebenfalls nicht meckern. Eine gut durchgehangene, abgespekte Akustik-Version.

Alles in allem ist McCormack plus Band auf einem guten Weg.
Er könnte neben Rory Gallagher, Gary Moore oder Phil Lynott ein neuer irischer Bannerträger werden. Aber er sollte sich entscheiden. Jedenfalls liefern sich ein paar von McCormacks überzuckerten Balladen dem Formatradio geradezu aus.
Aber: Das haben ja Eric Clapton und andere schon lange vor ihm praktiziert.
Rory hingegen hat sich zeitlebens dagegen gewehrt und es konsequent durchgezogen.

Panta rei!

(Heinz W. Arndt)

Lineup:
Eamonn McCormack: Vocals, Guitars (electric, acoustic, twelve string, dobro & slide),
Mandolin, Harmonica/Blues Harp & Guitar Synth (strings & organ)
Jonathan Noyce: Bass Guitar
Darrin Mooney: Drums

Tracklist Disc 1 (electric):
01. From Town To Town (3:25)
02. When You Cross The Line (3:22)
03. Writing’s On The Wall (3:16)
04. One Wish (4:07)
05. Still Missing You (6:33)
06. Lousy Day (4:18)
07. Internet Star (5:34)
08. Moving On (4:00)
09. Running Back To You (5:15)
10. Fool For Loving You (4:21)
11. It’s A Saturday Night (4:16)

Tracklist Disc 2 (acoustic):
01. No Airs And Graces (5:38)
02. You Take My Blues Away (4:25)
03. It’s Not The Spotlight (4:11)
04. Heaven’s Cry (5:08)
05. Breaking Down (4:00)
06. This Guilt I Feel Inside (4:20)
07. Angel (3:14)

Produced by Chris Tsangarides

Eamonn McCormack “Like There’s No Tomorrow”
2 CDs
Sireena SIR 2171 / Broken Silence Distribution
Juli 2017
www. eamonnmccormack.net

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