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Keep It Low 2017, Feierwerk München

(rbbs) Stoner, Doom und gute Laune

Die Fakten: drei Tage, 27 Bands, jede Menge Bier, Mischgetränke, Köfte Burger, Wiener, Waffeln und viele nette Leute, was willste mehr? Nach individuellen Anreisen (Schiene oder Strasse) traf sich das RBBS Festivalteam am Freitagabend um 17 Uhr zum Armbandeln und anschließenden Sondierungsgesprächen: „wer macht was“?

Nach der Aufklärung verteilten wir uns abwechselnd im Hansa 39 oder der Kranhalle (an diesem ersten Abend und am Sonntag rockten diese beide Hallen, am Samstag vervollständigte das Orange House das Feier Line-up) und lauschten den Klängen, die für uns doch auch die Welt bedeuten…..Aber zuerst zum Wetter: Freitag und Samstag perfektes Bier- und Stonergarten Himmelreich mit T-Shirt Temperaturen bis spätabends, Sonntag überwiegend perfektes Doomwetter mit zeitweiligem Psychedelic Himmel.

(KiS)Der Freitag ist ausverkauft mit voller Bewegungsfreiheit, obwohl Hansa 39 schon zur zur Sauna mutiert. Für MammothMammoth dürfen wir aber in die Kranhalle: Für mich spielen hier die Headliner am Freitag.  Kann man eigentlich nicht oft genug sehen, die Angst/Vorfreude auf die Bierdusche: immer wieder prickelnd. Mickey Tucker pflegt sein Haar bei diesem Auftritt dreimal, da bleibt kein Auge trocken. Mit Moshpit-Animation, Kabelwürg-Selbststimulation,  harten Alkohol konsumieren, singen aller MM-Hymnen ist das Biest auf der Bühne wieder gut beschäftigt. Unterstützt wird er diesmal von der australischen Berlin-Gang. Gut, Kris Fiore ist irgendwann mal aus Italien eingewandert, gibt aber mit Waschbärmütze mehr als ein gutes Bild ab. Eine Augenweide und nahe dran dem „Chef“ die Show zu stehlen, zwinker. Am Bass hilft Aussi-Kollege CozzaDunePilot aus, Riff Fist war so freundlich diesen großen Beitrag zu leisten, unüberhörbarer Spass für alle Beteiligten. Urgestein Frank Trobbiani gibt wie immer den unermüdlichen Berserker-Antreiber hinterm Drumkit, wenn auch meist  in Nebelschwaden verborgen. Neben Action und Schweißfluß muss man natürlich sagen, das der Sound jedesmal wieder mitreißt, die Riffs sitzen, jeder Song ein Hit. Danke dafür ich freu mich schon auf nächstes Mal!

(KiS) Mos Generator: Wunderbar, direkt nach dem Desertfest Antwerpen nochmal rocken! Diesmal ist die Setlist „more heavy-doomig“, obwohl es mit dem Klassiker Lonely One Kenobi  losbrettert, habe ich den Eindruck alles ist tiefer gestimmt als letzte Woche. Mein Liebling On The Eve, schwebt auch vorbei, nach einem guten Schluck deutschen Magenbitters. Muss nachher mal fragen, ob das ein offizieller Sponsor ist?! Mr. Hardcore-Drummer beeindruckt mich beim besten Fotolicht des Festivals mal wieder besonders. Ohne Nebel und fliegende Haare hab ich reichlich Gelegenheit meiner Lieblingsherausforderung Schlagzeugfotografie zu fröhnen. Aber nicht nur ich, das gesamte Kranhallenpublikum ist begeistert, wenn da nicht mal jede Menge neuer  Fans generiert wurden, weiß ich auch nicht!

(KiS) Saint Vitus: Also, absoluter Höhepunkt des gesamten Festivals für mich. Im Frühjahr beim Desertfest Berlin sogut wie verpasst, weil die große Halle gestopft voll war, spielen die Herren hier auf der  eher übersichtlichen Hansa39ums-Eck Bühne. Von Beginn an Tempo 180, die Haare fliegen nur so auf allen Seiten. Mit Scott Reagers (im Mos Generator Shirt) üblichen Tässchen Tee(?) fluppt der Scream nur so aus der Kehle und durch die Gehörgänge. Ab 20 Uhr darf es ein Schlückchen Helles sein, unterstützt auch den Sound. Monsterdrummer Henry Vasquez mit Monster Magnet Shirt haut so dermaßen in die Becken, dass es eine wahre Freude ist. Zugegebenermaßen wollte ich nur 15 Minuten bleiben und beim normalerweise üblen Hansa-Licht ein paar Alibi-Pics schießen…tjaaaa aber, da hab ich nicht mit der magischen Anziehungskraft von Saint Vitus gerechnet. Song um Song (Setlist: Dark World/One Mind/War Is Our Destiny/White Magic-Black Magic/The Sadist/H.A.A.G./White Stallion/Bloodshed/Burial At Sea/Saint Vitus/ Look Behind You/ Born Too Late) kochte die Halle heißer und es war gar nicht nötig zum Durchhalten die Zähne zusammenzubeißen. Dave Chandler, der schon den ganzen Tag locker durchs Ambiente humpelte, und noch immer zwei verschiedene Schuhe tragen muß, konnte unbehindert sein ganzes Können zum Besten geben.

Beastmaker: Überraschungspaket.

Belzebong &

 Ufomammut:

Belzebong: “ smoke! More Smoke!” lassen die Haare wehen, als Schattengestalten tauchen sie mit ihrem Publikum ab in nackenmuskelstärkendes Workout. Dagegen wirken Ufomammut am Sonntag gar schon grell beleuchtet mit ihrem üblichen dusteren Rotlicht. Reihe Eins gefüllt mit italienischen Fans, fröhnen die 3 Herren Poia – Gitarre/Gesang(Usnea Shirt) Urlo – Bass (Usnea-Shirt), Gesang und Vita – Drummer (Name ist auch Programm, birst vor Lebenslust am Schlagzeug!) dem Psychedelischen- Sludge Post Metal.

(yv) Die Stimmung war schon etwas betrübt ob des verfrühten Abgangs von STONED JESUS, aber Pflichten rufen manchmal laut: BLACK LUNG im Orange House! Zu meiner Verwunderung gab es selbst in der ersten Reihe noch Bewegungsfreiheit, die ich auch während dieses massiv energetischen Sets auch voll auskostete. Die drei Mannen aus Baltimore sind für jeden, der sie je auf der Bühne sah eh für ihre Leidenschaft und unbedingte Hingabe bekannt, aber an diesem Tag schienen sie noch eine Schippe draufzulegen. Die unverkennbare Stimme von Dave Cavalier war begleitet von Zorn, Schmerz, einem ganzen Reigen an Ausdruck und Gefühlen im Gesicht, der selbst unter dem dicken Bart noch überdeutlich zu erkennen war. Black Lung hätten durchaus einen besseren Slot in einer größeren Halle verdient, und ich hoffe auf den Tag, an dem sie als einer der Headliner auf solchen Festivals auftreten. Ich persönlich jedenfalls schwebte noch lange nach diesem Auftritt auf Zuckerwattewolken aus Glückshormonen.

(vo) Noch ein paar Einwürfe von mir: Freitag kaleidoballerten Kaleidobolt mit ihrem schwer powerndem, psychedelischem Heavy Rock die Hütte, ähh Hansa 39. Ein großartiges Schauspiel für mich da ich die Band bisher nicht auf den Ohren hatte. Sampo, Marco und Valtteri hauten einen Lukas nach dem anderen, von ihrer Herangehensweise erinnerten sie mich an Horisont, „Morderous Ways“! Colour Haze: so oft erlebt, mit gelebt, nie gelitten, immer genossen. So auch in diesem Fall, dem Freitagabschluß in der Kranhalle: wenn die Mitwegbereiter des psychedelischen Stoner „She Said“ an den Anfang legen geht nix, aber auch gar nix in die Wicken….die Halle wogte.

(vo) Naxatras am Samstag: die Kranhalle schwebte und war nach gefühlten 50 Sekunden bis zum Ende schier aus dem Häuschen. Ob jung oder alt, ob Stoner oder Doompapst, ob Psychedeliker oder Spacerocker, ob Hard- oder Weichrocker, ob Mädel oder Kerl, wir waren für 45 Minuten in der proppevollen Arena alle Griechen (Naxatras stammen aus Thessaloniki/Griechenland). Und mit das schönste dabei: die Band John – Guitar und John – Bass und Vocals und Kostas – Drums war ob der Begeisterung der Freakgemeinde vor der Bühne völlig verblüfft und sie trauten wohl kaum ihren Ohren und Augen, was da vor ihnen für ´ne Party stieg. Und auch ich war im Himmel auf Erden. „I am the beyonder“ von ihrem ersten Album möchte ich exemplarisch für das Schaffen der Jungs heranziehen: ein 10:35 Minuten Werk mit psychedelischem Prog, harten Attacken, orientalischem Flair, ich verneige mich in Ehrfurcht! https://www.youtube.com/watch?v=WNjyvtjAmUo

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Samstag: Stoned Jesus brachten die Hütte zu Beginn mit ihrem Klassiker „Bright Like The Morning“ sofort auf hohe Feiercelsiusgrade und ließen in ihrem Slot nix anbrennen. Mars Red Sky, wie immer in diesem Jahr (zum dritten Mal in 2017 erlebt) solider Auftritt und ohne schmerzverzerrtem Bassisten (leider in Berlin beim Desertfest erlebt). Zwischendurch immer wieder nette Gespräche unter Einfluß der Eittinger Braukunst dunkel, Wiedersehensfreuden mit regelmäßigen Festivalgängern aus nah und fern (München, Landsberg/Lech) und ganz fern (z.B. Schwaben, Ascheberch, Berlin), Vinylgespräche, Merchgucken, Spaß!

Sonntag hab ich guck- und hörtechnisch etwas geschlampt, ist aber auch meinem Alter geschuldet, 2 x drei Tage Festival innerhalb zwei Wochenenden (Desertfest Antwerpen und eben Keep It Low), da half auch das grandiose Mittagessen in einer Kneipe (Schweinebraten mit Knödel) mit lieben Leuten (Sabine, Manu, Yvonne und Willi) nur etwas…..Mother Engine haben mich dann doch deftig hochgerüttelt: Chris, Christian und Cornelius trafen zusammen mit ihrem Techniker Benni Sonntagmittag rechtzeitig oder recht zeitig vor Konzertbeginn ein und erleichterten ihren Sprinter Musikalientechnisch, aber auch zwei Teppiche gehörten dazu, für die Wohlfühlatmosphäre auf der Bühne der Kranhalle. Die füllte sich gegen 15 Uhr reichlich, wir waren bereit für den Abflug! Die Männer aus dem Vogtland hatten am Abend vorher in Chemnitz zu Beginn einer dreiwöchigen Tour schon kräftig ihren Hangar abgeräumt und beschenkten uns reichlich mit kontrollierten Reaktionen aus ihrem All. Rundrum, allüberall, also nicht nur auf der Bühne, flogen die Haare, bei den meisten mehr, bei einigen (mich einbezogen) weniger, mangels Haarvolumen. Das Eittinger Urtyp Dunkel schwappte begeistert in Flasche und Blutbahnen mit, die dreiviertel Stunde Reisepost ging ab…..

Mehr Fotos:

Freitag: https://www.facebook.com/pg/kirstenrockt/photos/?tab=album&album_id=513250212371655

Samstag: https://www.facebook.com/pg/kirstenrockt/photos/?tab=album&album_id=514668972229779

Sonntag: https://www.facebook.com/pg/kirstenrockt/photos/?tab=album&album_id=516738465356163

Running order Freitag:

A Great River in The Sky

Mount Hush

Kaleidobolt

MammothMammoth

Radio Moscow

Belzebong

Colour Haze

Samstag:

Earth Ship

Godsground

Beastmaker

Elephant Tree

Gozu

Naxatras

Mars Red Sky

House of Broken Promises

Conan

Stoned Jesus

Black Lung

Monolord

Brant Bjork

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Sonntag

Usnea

The Necromancers

Mother Engine

Mos Generator

Church of Misery

Ufomammut

Saint Vitus

Das RBBS Team (Kirsten, Yvonne, Jens und Volker) bedankt sich sehr herzlich bei Sound Of Liberation und beim Feierwerk für Akkreditierung und Gastfreundschaft!

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