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Space Debris – Back To Universe (Archive Vol. 4)

(hwa) Unsere Freunde von Space Debris melden sich mit spannendem Archivmaterial zurück. „Back To Universe“ enthält vier bislang unveröffentlichte Studio-Longtracks aus 2004 bzw. 2005 in der Urbesetzung (also mit Tom Kunkel an der Hammondorgel) sowie zwei Tracks aus 2012 bzw. 2014 (mit Winnie Rimbach-Sator am Keyboard und Mitja Besen am Bass). Im Verlauf des Titeltracks aus 2004 steigert sich die Band in eine Raserei, als sei der Gehörnte ihnen dicht auf den Fersen…

Tom Kunkel ist die treibende Kraft und zieht Drums und Gitarre mit in den Sog eines fast schon anarchichen Soundspektakels, das bis an die Grenzen der beteiligten Instrumente geht. Es hämmert, zwitschert, jault und phrasiert in einer Intensität, die ihresgleichen sucht.

Psychedelischer Hardrock-Krautrock, der in Teilen an Deep Purple erinnert und einem den Atem raubt. So heftig wie Space Debris haben es Deep Purple aber nie getrieben. Kunkel traktiert die Tasten seiner originalen 70er-Jahre-Hammond zwischendurch immer Mal wieder wie ein Berserker. Es kamen mir Erinnerungen an Keith Emerson in den Sinn, der nicht selten wie in Trance die (unschuldigen) Tasten seiner Hammond spektakulär mit einem Küchenmesser zu bearbeiten pflegte.

Es folgen in der Space Debris-Urbesetzung noch „Second Sight“ (part II), deren erster Teil schon auf dem „Kraut Lok“-Album von Space Debris veröffentlicht wurde sowie „Discordant Pompeij Mainstreamkiller“, eine famose Verbeugung vor Pink Floyd.

Danach gibt es zwei Tracks mit der neuen Besetzung, also Winnie Rimbach-Sator und Mitja Besen. Das mitunter anarchisch Wilde von Tom Kunkel wird bei „Kaleido Scoop“ zugunsten eines mich an Embryo erinnernden zauberhaften Kautrockflows zu Gehör gebracht. Und bei „Psycho Monstermountain“ habe ich nur noch Gänsehaut.

In über 16 Minuten gibt es hier eine Rundreise durch die 1960er und 70er Jahre, live im Studio eingespielt. Viele dieser frühen Soundscapes haben sich scheinbar tief ins Unterbewußtsein von Space Debris eingegraben. Und die Band macht wieder Mal ein Highlight draus.

„Psycho Monstermountain“ beginnt mit einer Reminiszens an CCR und „Suzie Q“. Es wechselt im Flow zu Deep Purple und einer Annäherung an „Child In Time“. Das wiederum mündet in einen betörend psychedelisch erhabenen und von Space Debris improvisierten Mittelteil. Am Ende des Tracks werden die Anfangssequenzen wieder aufgenommen. Ein Monstertrack. That’s for sure.

Mit einer Hommage an J. S. Bach aus 2005 und einer stark an Deep Purple bzw. Jon Lord erinnernden Ausformung endet mit „Schwachbach“ und Tom Kunkels galoppierender Hammond diese Zusammenstellung. Ich sehe es vor mir: Auf Wolke 7 wird Jon Lord entzückt den Daumen nach oben recken.

Diese CD betört! Jeder Track ist auf seine Art Krautrockpsychedelik vom Feinsten. Und falls Andere das anders sehen: Alleine schon „Psycho Monstermountain“ lohnt den Kauf dieser CD. Und gerade dieses spontane Improvisieren, egal ob live auf der Bühne oder live im Studio, zeichnet ja Space Debris so vehement aus.

In diesem Sinne: Bitte mehr davon!

(Heinz W. ARNDT)

Tracklist:

1. Back To Universe 19:44 (2004) 2. Second Sight (part II)  6:21 (2004) 3. Discordant Pompeij Mainstreamkiller 6:33 (2004) 4. Kaleido Scoop  9:18 (2012) 5. Psycho Monstermountain  16:07 (2014) 6. Schwachbach 8:18 (2005)

Lineup Tracks 4 & 5:

Winnie Rimbach-Sator (Keyboard)
Tommy Gorny (Guitars)
Christian Jäger (Drums)
Mitja Besen (Bass)

Lineup Tracks 1 – 3 plus Track 6:

Tom Kunkel (Hammond Organ)

Tommy Gorny (Guitars)

Christian Jäger (Drums)

(Der Bass wurde von der Hammond mitübernommen)

Space Debris „Back To Universe – Archive Vol.4“

Kat.-Nr. SDBU1017CD

Im Vertrieb von www.green-brain-krautrock.de

http://www.spacedebrisprojekt.de

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