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Stephen Dale Petit – 2020 Visions

New Blues mit Rock- Folk und Poppunk-Elementen aus London

(ro) Stephen Dale Petit, der 1969 im kalifornischen Huntington Beach geborene Gitarrist und Sänger, spielt nicht nur den Blues, er lebt ihn auch. Sein musikalischer Beginn fand in den Kreisen der West Coast Clubs mit Blueslegenden wie B.B. und Albert King statt, anschließend begab er sich Mitte der 80er nach London, wo er mit David Gilmour, Eric Clapton und den Pretty Things zusammenarbeitete.

2006 veröffentlichte er sein erstes Album, betitelt „Guitararama”, welches vom britischen Guitar & Bass Magazine zum „Album of the Year” gewählt wurde.
Nach vier weiteren, hochgelobten Alben folgt nun „2020 Visions“, eine Produktion voller Überraschungen, Formenreichtum und Variabilität.

Schon die Cover-Artwork, gestaltet von Klaus Voormann, ist eine wahre Augenweide.
Sogleich werden Assoziationen an „Revolver“, „Idea“ und die kaleidoskopartige Kunst der 60er Jahre wach. Wie begeisternd, dass der legendäre Herr Voormann, mittlerweile 82 Jahre alt, dieses fantastische Kunstwerk für Stephen Dale Petits neues Album geschaffen hat!

Ja, ein hypnotisierender, ungewöhnlicher, fast schon revolutionärer „New Blues“ ist das, was Stephen Dale Petit hier zusammen mit seinen famosen und gekonnt aufspielenden Musikerkollegen, nämlich der unheimlich versierten Bassistin Sophie Lord und dem dynamischen Jack Greenwood (dr), sowie einer ganzen Reihe von illustren Gästen, die ich ganz am Schluss dieses Artikels aufgelistet habe, in dreizehn Songs präsentiert.
Mit einem mitreißenden musikalischen Farbenspiel der Genres, einem Mix aus Blues, Folk und Alternative Rock, angereichert mit prickelnden Pop-Punk Attributen, zackigen Jazz-Elementen und düsteren Grunge-Anleihen werden die Töne immer wieder gegen den Strich gebürstet, so dass die Tracks allesamt frisch, ideenreich und singulär klingen.

„2020 Visions“ strotzt nur so vor Abwechslungsreichtum und Kurzweil: mal richtig heavy, mal balladesk, dann wieder echt schräg und bestens dazu geeignet, sich in eine musikalische Welt mitnehmen zu lassen, die revitalisiert, weil sie ein bisschen lebensfroher und leichter ist als die unsere im Moment.

Wie sagt es Stephen Dale Petit selbst?
„I embrace the concept that the blues has to change. Heavy metal, progressive rock, death metal, shred, emo… it all has its roots in the blues…“.

Stephen Dale Petit mit Mick Taylor im „100 Club“ / Foto: Tina Korhonen

Da wäre z.B. Herrn Petits spannungsgeladene, brillante Version von Blind Willie Johnsons „The Soul Of A Man“, ein Gospel-Blues Song aus dem Jahre 1930, zu dem er keine Geringere als die US-amerikanische Blues-Sängerin Shemekia Copeland mit ins Boot geholt hat.
Und nicht nur das, auch der superbe Paul Jones folgte der Einladung und unterstützt diesen Song mit seiner virtuosen Arbeit an der Blues-Harp so perfekt und anscheinend mühelos, dass es eine wahre Freude ist.

Herrlich groovend kommt Song Nr. 12, betitelt „Sputnik Days“, daher: Hier hat Stephen Dale Petit zusammen mit seinem Mitkomponisten, dem Ex-Rolling Stone und Ex-Bluesbreaker Mick Taylor, die Messlatte für impressionistischen und gefühlsbetont treibenden Bluesrock ganz schön hoch gesetzt.
Schillernd, bildstark und voller Freude an der Musik, mit keineswegs zimperlich dargebotenen Soli in der richtigen Fülle, wird dem Hörer/ der Hörerin gezeigt, dass wir auch zu Hause durchaus unseren Clubmoment haben können.

Übrigens: Live ist Stephen Dale Petit auf jeden Fall ein Erlebnis. Das kann ich persönlich bezeugen, denn ich hatte die Freude und das große Vergnügen, Herrn Petit als Special Guest der „Pretty Things“ auf deren 2017er Tour live zu erleben.

….(..Rosie..)..

Songliste:
1.) 2020 Visions
2.) The Fall of America
3.) Roxie’s Song
4.) Soul of a Man (feat. Shemekia Copeland & Paul Jones)
5.) On Top
6.) Long Tall Shorty
7.) Raw
8.) Tinderbox
9.) The Ending of the End
10.) Steppin‘ Out
11.) Makin‘ It
12.) Sputnik Days
13.) Zombie Train

Band:
Stephen Dale Petit: (Gitarre, Gesang)
Sophie Lord (Bass)
Jack Greenwood (Schlagzeug)

Gäste:
Martin Ditchman – Percussions
Shemekia Copeland – Backing Vocals in ‘Soul of a Man’
Paul Jones – Harmonica in ‘Soul of a Man’
Chris Elliott – Streicher Arrangement in ‘The Fall of America’
Cara Fox – Cello in ‘The Fall of America’
Daniel Ellsworth – Keyboards in ‘The Ending of the End’ und ‘Zombie Train’
Jason Eskridge – Backing Vocals in ‘Zombie Train’ und ‘Makin’ it’

https://www.stephendalepetit.com/
http://www.brooke-lynn-promotion.de
Produced and recorded by Vance Powell
Recorded at Sputnik Sound Nashville

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