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Savoy Brown – Witchy Feelin’

(hwa) Savoy Brown stehen im Zenit ihres Schaffens. Simmonds göttlicher Slide, sein warmer Bariton und seine zwei Bandkollegen zaubern erneut ekstatischen Gänsehautblues in die Ohren der Fans. In „Witchy Feelin’ zitiert Simmonds mit einem unübersehbaren Augenzwinkern zudem ein klassisches Bluesthema: die Hoodoo-Magie…

Es ist das vierte Savoy Brown-Studioalbum in Folge, das durch seine betörende Luftigkeit und Transparenz sowie überragende spieltechnische Potenz in die ewige Hall of Fame des Blues gehört.

Ich bin insofern sprachlos, als sich Simmonds nicht abnutzt. Jedes neue Album macht aufs Neue süchtig. Man wird unweigerlich hineingesogen!
Im Hinblick auf „Vintage Man“ (Track No. 6) geht es laut Simmonds um einen Typen, der sich im Alter nur marginal verändert.
Aber: Es könnte auch ein Gleichnis auf Simmonds selbst sein. Weil er nämlich die gewohnte Qualität hält bzw. noch einen draufsetzt.

Ich behaupte: Der Slide, der Slide – der braucht kein neues Kleid. Das von Kim Simmonds steht ihm nämlich prächtig!

Im midtemporockenden Opener „Why Did You Hoodoo Me“ („Warum hast du mich bloß so verhext?“) erinnert Simmonds in Gänsehautmanier an die unendliche Kraft der Liebe.
In „Livin’ On The Bayou“ und „Can’t Stop The Blues“ fühlt man sich aufgrund des an Mark Knopfler erinnernden Simmondschen Timbres genau an Knopfler erinnert. Auch aufgrund des Guitar-Pickings – keine Frage!

Bei Track No. 4 kam mir Chicken Shack (sowie Peter Green) in den Sinn und bei Track No. 5 „Guitar Slinger“ Simmonds selbst und eines seiner mal mehr, mal weniger durchscheinenden Vorbilder. Simmonds äußert sich im Waschzettel wie folgt: „In diesem Stück schreibe ich darüber, einen großartigen Gitarristen in einer alten Country Bar zu hören – wie ich es 1969 erlebt habe, als ich Roy Buchanan zum ersten Mal sah.“

Und genau in dieser sagenhaften All-Star-Reminiszens geht es weiter:
Track No. 7 ist Ry Cooder pur. Simmonds spielt ihn adäquat im Herzen nach.

Bei Track No. 8 assoziierte ich Delta Moon, bei Track No. 10 selbstredend Jimi Hendrix. Merke: Solch eine überwältigende achtminütige Wah-Wah-Gitarrenorgie habe ich bei Hendrix dennoch nicht gehört. Unglaublich packend!

Anyway: Das Album endet mit einer Hommage an J.J. Cale.

Und mit was endet diese Besprechung? Zumindest mit dem Wunsch, dass Simmonds, der am 6. Dezember 2017 hoffentlich seinen 70. Geburtstag feiert, noch unzählige Beispiele dieser herausragenden Qualität abliefern möge.
Oh Herr: Lass es geschehen!

(Heinz W. Arndt)

Lineup:
Kim Simmonds – Guitar/Vocals
Pat DeSalvo – Bass
Garnet Grimm – Drums

Setlist:
01. Why Did You Hoodoo Me (5:14)
02. Livin’ On The Bayou (6:01)
03. I Can’t Stop The Blues (5:27)
04. Witchy Feelin’ (4:37)
05. Guitar Slinger (3:53)
06. Vintage Man (3:03)
07. Standing In A Doorway (5:41)
08. Memphis Blues (4:37)
09. Can’t Find Paradise (4:29)
10. Thunder, Lightning & Rain (7:56)
11. Close To Midnight (4:10)

Produced by Kim Simmonds
Recorded, Mixed & Mastered by Ben Elliott (Von mir ein extra Stern!)

Savoy Brown “Witchy Feelin’”
RUF 1251 im Vertrieb von in-akustik
VÖ: 18. August 2017

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