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The Spacelords – SPACEFLOWERS

(yv) Eigentlich hatte ich ja meine Rezensionsaktivitäten in der letzten Zeit stark zurückgefahren – eigentlich. Es ist mir aber ein sehr persönliches Anliegen und ein Bedürfnis, dass die Herren des Weltalls den ihnen gebührenden Elogen in geschriebener Form teilhaftig werden, also frisch auf ins Blumenbeet…

Wie sich das ja schon fast für eine Band ihres Schlags gehört ist SPACEFLOWERS die dritte Spitze im pythagoräischen Dreieck nach den beiden Werken LIQUID SUN und WATER PLANET, und so bildet diese Platte wohl auch „c²“, die Summe oder die Essenz der bisherigen Zusammenarbeit und des Wachstums: die Weltallblume steht dank Flüssigsonne, Wasser en masse und nicht zuletzt dank der pulsierenden, vitalen Chemie des Trios in voller Blüte, was sich unter anderem in der Resonanz auf die Auftritte und die Ausgabe ihres letzten Jahres erschienenen Live-Albums manifestiert. Wir schreiben heute Tag 5 vor Release und die erste Vinyl-Auflage von SPACEFLOWERS ist schon ausverkauft… Yeah!

Ich halte die CD-Ausgabe in Händen, auf dem Außencover ein metalloorganisches Ikebana-Kunstwerk aus Marcus‘ Händen, aufgeklappt sieht man echte schwäbische Pilze, eingefangen beim Spaziergang und farbgewandelt in sphärische Gefilde eingefügt.

So, jetzt aber…

Spaceflowers

Zunächst ist alles dumpf und düster, wir schieben uns in behäbigem Tempo aus dem Weltraumbahnhof Richtung Licht, Hazi setzt die Akzente während Marcus im Geiste die Metallkonstruktionen skizziert und Akee das Grollen der schweren Maschinen lautmalt.

Ein verträumtes Segeln mit bis zum Hals pochendem Herzen, getrieben von Schlagwerk&Bass, jedoch weich gebettet auf Didi Holzners Tastentönen.

Hoppla, eben kollidiert die Gitarre mit handfester Materie, wir beenden den sanften Flug, steigen aus dem Gefährt aus und um uns herum springen die Knospen der Spaceflowers mit psssiii und peowww auf. Ein gediegener Weltraumspaziergang am Sonntagnachmittag, sehr sachte ob der geringen Gravitation und dennoch unglaublich voll von Sinneseindrücken ringsum. Wir steigen wieder ein, schweben nochmal über den goldenen Blumenteppich und genießen die Rundumsicht im Überflug.

Frau Kuhnkes Kosmos

Ach ja, die werte Frau K., da hopst die Saite am Bass, da peitscht die Gitarre da treibt es aus den Drums und der Kopf dengelt und schwingt gleich von Beginn an mit. Ein Track zum Freuen, Tanzen, Springen, Klatschen und Grinsen ohne Ende, mitreißend und ganz wunderbar; wie schnell wird man da zum um-sich-selbst-drehenden Sufi, ja, der Vergleich passt auch in Wiederholung einfach zu gut. Fünf Minuten im Stück und ich wünschte mir, der Brumm-Kreisel mit Rakete statt Eisenbahn drin würde nie stehenbleiben. Doch man braucht auch mal eine ruhigere Passage, Frau k. Ist nun nicht mehr die jüngste und verschnauft ganz kurz bevor sie sich wieder aufrappelt und sukzessive & volle Lotte wieder auf sämtlichen Registern zu kreisen & zu tanzen.

Mit Verlaub: Jungs, ihr seid ja so geil! 🙂

Cosmic Trip

Untertitel: Ein Ticket Reutlingen – Venus – Oortsche Wolke – Taooine und immer weiter, ohne Rückfahrschein bitte.

Part 1

Spacenight lässt grüßen, des Krautkonsumenten liebstes Nachtprogramm in imaginärer Neuauflage mit frischem Klangteppich…

Gastlord Alwins Didgeridoo verleiht dem Ganzen einen samtig-warmen organischen Anstrich, Hazi streichelt förmlich die Saiten, und die „Groove-Twins“ Akee&Marcus machen diesem Spitznahmen erneut alle Ehre.

Ja, von Reutlingen über die Venus, vorbei an der Oortschen Wolke und weit darüber hinaus geht die Reise, Musik für’s Innenleben, für Soloschweber oder engumschlungen in scheinbar schwerelosem Paartanz…

Part 2

Ui, da piepst und trötet es auf einmal, es gibt offenbar eingehende Nachrichten auf sämtlichen Kommunikationskanälen!

Eine gewisse Spannung ist fast schon greifbar in der Luft, aus dem Flug wird fast schlagartig ein Ritt durch gleißendes Licht brennender Gestirne in staubiger Wüstenei.

Sheik R’Aleph ist mit der kosmischen Kamelkarawane in Mos Eisleys berühmter Cantina auf Tatooine eingetroffen und spielt uns fremdartige Melodeien auf der Zurna.

Part 3

Doch wir verweilen nicht allzu lange an diesen Gestaden, sondern ziehen weiter, so gilt es doch hinter jedem Felsbrocken neue Klangwelten und Bilder zu entdecken, sich galaktische Gitarrenwinde und kosmische Sandkörner aus dem Trommelgeschwader um das geneigte Ohr pfeifen zu lassen, wieder in unser Goldblumenschiff zu steigen und mit voller Kraft aus sämtlichen Rohren dem nächsten Abenteuer entgegenzubrettern.

Warum verdammt sind diese Platten so kurz…? (hörbar seufz) 🙂

Naja, dann halt wieder von vorne und schon mal gebührend auf das nächste Liveerlebnis freuen!…..(yvonne)

The Spacelords:

Hazi Wettstein – Guitars, Effects, Saz on Cosmic Trip Part 2

Akee Kazmaier – Bass, Effects, Octave-Guit on CT Pt.1&2, Space Melodica on CT Pt.2

Marcus Schnitzler – Drums

Guestlords:

Didi Holzner (Schwoißfuaß, Mandala Movie) – Hammond & Moog on Spaceflowers

Alwin Puetsch – Didgeridoo on CT Pt.1&2

Ralph Nebl (Grombira) – Zurna on CT Pt.2

Tonträgerkauf, bitte hier entlang:

https://www.tonzonen.de/

Bandseiten:

http://www.and-the-world-is-next.de/spacelords/concerts.html

https://www.facebook.com/the.spacelords/

Da capo – Rezis Liquid Sun, Waterplanet & The Spacelords On Stage:

https://rockblogbluesspot.com/2015/12/27/the-spacelords-liquid-sun/#more-10709

https://rockblogbluesspot.com/2017/09/26/the-spacelords-water-planet/#more-25022

https://rockblogbluesspot.com/2019/02/21/the-spacelords-on-stage/#more-33278

Nächste Freiflugschauen:

21.03.’20 – ( D ) Hofheim – ‚Jazzkeller‘
27.03.’20 – ( GB ) Glastonbury – ‚King Arthur‘
28.03.’20 – ( GB ) Sheffield – ‚O2 Academy‘
29.03.’20 – ( GB ) London – ‚O2 Shepperds Bush Empire‘
24.04.’20 – ( D ) Reutlingen ‚Franz K‘
18.07.’20 – ( D ) Filderstadt ( more infos soon )
11.09.’20 – ( D ) Krefeld – ‚Kulturfabrik – Tonzonen Records Label Night

Filed under: Album Reviews, Elektronik, Jam, Krautrock, Psychedelic, Space, ,

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