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Miss Velvet And The Blue Wolf – Bad Get Some

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(jm) Eine Classic Rock-Scheibe rezensieren? Nachdem mich in den letzten Jahren nur wenige Alben aus dieser Genre-Schublade wirklich inspiriert haben, rief Volker’s Vorschlag erstmal ein großes Gähnen in mir hervor. Andererseits buhlt die Promo-Info mit dem Text „ …die namengebende MISS VELVET mag ’ne schlanke Blondine sein, erinnert aber immer wieder an die besten Phasen von James Brown, Steven Tyler und Joe Cocker, verbunden mit dem Soul von Etta James und der mystischen Präsenz von Jim Morrison“ schamlos um meine Neugier und Aufmerksamkeit.

Das damit einhergehende, prominente Namedropping ist natürlich eine Ansage und da ich (der Schreiber) –  rein zufällig – jenseits aller Genre-Schubladen ein Faible für starke Frauenstimmen à la Janis Joplin, Melody Gardot oder auch Adele habe, riskiere ich ein Ohr und finde nach zwei Autobahnfahrten mit Miss Velvet die richtigen Worte:

HI RES COLOR DETROIT - Kopie

Der „flotte Dreier von Chicago, Led Zeppelin und Janis Joplin“ – nein, auch diese Metapher stammt nicht von mir! – ist eigentlich ein Oktett (!) und legt mit dem Opener „Bad Get Some“ richtig fett los. Das funkt, rockt, groovt und knarzt auf hohem Niveau und auch die Bläser wirken alles andere als deplatziert. Und die Stimme? Die Stimme von „Miss Velvet“ kann tatsächlich etwas bewegen. Menschen, Gefühle, Herzen und auch Haut. Speziell Gänsehaut. Egal, ob sie dabei flüstert, singt oder sich voller Leidenschaft die Seele aus dem Leib schreit: Das berührt, es sei denn, der Hörer kann mit Musik oder Frauengesang so gar nichts anfangen. So etwas soll ja auch vorkommen, da muss ich mich nur im Kreis meiner Freunde oder Redaktionskollegen umschauen. Zur Klasse einer Janis Joplin oder Etta James fehlt natürlich noch ein Stück und ich halte auch nicht viel davon, diese Vergleiche zu bemühen, denn viel wichtiger ist es doch, einen eigenständigen, unverwechselbaren Stil und Ausdruck zu erreichen.

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Vor diesem Hintergrund finde ich es ausgesprochen mutig von einer jungen Band wie MISS VELVET & THE BLUE WOLF, ihr Debütalbum mit zwei Coverversionen von vielzitierten Klassikern wie „I Can’t Stand the Rain“ oder „Summertime“ zu bestücken. „I Can’t Stand the Rain“ stammt aus dem Jahr 1973, wurde von Ann Peebles, Don Bryant und Bernard Miller geschrieben und von Ann Peebles in den Royal Recordings Studios in South Lauderdale, Memphis, Tennessee, eingesungen. Bekannter dürfte die Version von Tina Turner aus dem Jahre 1984 sein. Die Messlatte liegt also verdammt hoch. Miss Velvet und ihre blauwölfigen Bandkollegen schaffen es jedoch tatsächlich, dem Song ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Anders – nicht wie Tina’s Version – aber gelungen! Ganz zu schweigen von „Summertime“ – ein Titel aus der Oper „Porgy and Bess“ von George Gershwin die 1935 uraufgeführt wurde. Der Song gehört zu den meistgecoverten Jazz- und Popstandards aller Zeiten! Also bitte eine etwas eigenständige, originelle Interpretation! Haben Sie gemacht, das Oktett – bestehend aus Miss Velvet und acht blauen Wölfen. Aber auch das eigene Songmaterial lässt sich hören. Durchgehend. Leicht verdaulich, aber mit ein paar Kanten. Das Album ist am 24 November 2017 via Heresy Records / Naxos DE erschienen. Viel Spaß beim Reinhören – hier gibt’s das erste Video als Kostprobe (Jens M.).

Tracks:

  1. Bad get some
  2. RunRun
  3. Love train
  4. Like you do
  5. I can’t stand the rain
  6. Dare
  7. Edge of the line
  8. Velvet door
  9. Drowning
  10. Summertime

In Kontakt kommen:

https://www.facebook.com/missvelvet/

https://missvelvetandthebluewolf.com/

 

Photo Jun 04, 3 27 24 PM

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