rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

Pelagic Zone – Latitude

Jam Rock aus Hamburg

(ro) Ich frage mich: Sind die wirklich so gut – oder mag ich diese Band nur so gern, weil ihre Musik schon in meiner Jugend gut funktioniert hätte?

Bereits das Auspacken der Doppel-Vinyl von „Pelagic Zone“ macht große Freude und löst bei mir Begeisterung aus.
Blau. B.L.A.U. Wunderbares, transparentes, blaues Vinyl, so wie das tiefe Meer im Sonnenschein. Oh ja, das passt, denn die Pelagischen Zonen, so habe ich es nachgelesen, bezeichnen die morphologische Einteilung des Meeresbodens.

Auch das Cover passt: Meeresschaum auf hellem Strand. Ein paar Fußspuren im Sand. Beim Aufklappen erblicke ich einen Trawler ( ich kenne mich da nicht so aus) auf graublauem Meer und vor wolkenverhangenem Himmel. Dazu gibt es noch ein größentechnisch passendes Inlay mit stimmungsvollen Großfotos der Band, einen Aufkleber mit „Räucherfisch“ und eine Postkarte.
Total schön das alles. Ein dickes Lob vorab an die Artwork!

Und dieses komplette Paket gibt es streng limitiert. Nur 300 Exemplare stehen zum Verkauf. Ich bin sehr glücklich, dass ich eines dieser schönen Exemplare in meinen Händen halten und auf meinen breits in die Jahre gekommenen, perfekt funktionierenden Lenco-Plattenteller legen darf.

Zehn Tracks gibt es hier zu hören, die die verschiedensten Stimmungen wunderbar ausleuchten und dabei dem Hörer/der Hörerin alle Möglichkeiten der Assoziationen offenlassen.
Da zeigt sich auch gleich wieder mal die Stärke dieser Formation, nämlich Experimente voller Verve und Enthusiasmus zu präsentieren.
Der Kopf dieser ungebrochen experimentierfreudigen Gruppe ist Bernd Ubben ( Gitarre, Lead Vocals ), der verquere Ideen mit Eingängigkeit mixt und sich als leidenschaftlicher musikalischer Grenzgänger präsentiert.

Zusammen mit seinen Mitstreitern Peter Urban ( Drums, Background Vocals, Recording/Mixing), Martin Mundt ( Keyboards, Background Vocals) und Julian Bohne ( Bass, Background Vocals) geht er mit fokussierter Lässigkeit und Leidenschaft zu Werke, so dass die genreübergreifenden Songs auf eine spielerisch überzeugende Weise bemerkenswert klingen.

Wie hat das die Band auf ihrem Infoblatt selbst so schön beschrieben?
„Stilistisch steht das Album unverkennbar auf einem soliden Fundament aus Rock. Darauf aufbauend werden Spielereien aus Pop und Prog, Funk und Jazz entwickelt, wird mit Elementen aus Trance und Elektro experimentiert.“
Und genau so ist es.

Denn was „Pelagic Zone“ immer wieder präsentieren, ist ihre ungeheure Euphorie über das eigene Spiel und ihre Liebe zum Jam.
Klaus Doldinger fällt mir dazu ein oder Herbie Hamcock,  „Phish“ oder auch eine meiner liebsten Lieblingsbands aus alten Zeiten, nämlich die „Allman Brothers“.
Ja, so scheinen „Pelagic Zone“ mitteilen zu wollen, alles geht, alles ist möglich, man muss es nur ausprobieren.
Und dabei die Bereitschaft haben, ausgetretene Pfade selbstbewusst zu verlassen und eigene Wege abseits der üblichen Hauptstraßen einzuschlagen.
Sich zum Beispiel ins blaue Meer vorzuwagen, in unbekannte Tiefen, in die Pelagischen Zonen des Meeresbodens.

Schon der Opener „Fragile White Lies“ zeigt in über acht Minuten: Diese Band ist schlichtweg auf Zack, denn man wird auf der Stelle abgeholt und mitgenommen auf einen imaginären Tanzboden.
So locker, flockig jammen die Hamburger durch den Track inklusive diverser Ausflüge in die Improvisation und spiralförmiger Nuancen, dass es eine wahre Freude ist.
Kann da jemand eigentlich die Füße stillhalten? Hm?
Ich glaube eher nicht.
Mit einer unbekümmerten Energie und einer wunderbaren Lust am Schnörkelschlagen grooven die Hamburger Jungs durch den Song und den nächsten und wieder den nächsten und sorgen für einen stets robusten wie kurzweiligen Sound.
Eine feine Sache!

Oh ja, diese unwiderstehlich mitreissende Musik kann so wunderbar funky und trotz all der Komplexität der Arragements letztlich erstaunlich umkompliziert sein.
Und das Beste dabei ist: Über allen Songs liegt die Magie des Mühelosen, Unangestrengten.

Es ist bestimmt ein großes Vergnügen, diese Stücke live zu erleben und darum ist es sinnvoll, ab und zu auf die website der Band zu schauen, um dies nicht zu verapssen. (…Rosie…)

Wer das Doppel-Vinyl-Album direkt bestellen möchte, kann dies hier tun:
https://pelagiczone.bandcamp.com/album/latitudes

Songliste:
1.) Fragile White Lies
2.) Backwaters
3.) Hand Grenades & Harmonies
4.) Midst
5.) Nurture
6.) Verbs In The Kitchen
7.) Free Stationing
8.) Thin Red Line
9.) How Up (Do High Knee)
10.) Void

Wer spielt mit?
Bernd Ubben (git, lead vocals)
Martin Mundt (keyboards, vocals)
Julian Bohne (bass, vocals)
Peter Urban (drums, vocals)

Written, composed, arranged, performed, recorded and produced by:
Pelagic Zone – Bernd Ubben, Peter Urban, Martin ‚Maui‘ Mundt, Julian Bohne

Label: Eigenvertrieb Cranky Crustacean Sound

Fotos: von der website der Band

http://www.pelagiczone.net

Noch mehr von Pelagic Zone hier bei uns:
https://rockblogbluesspot.com/2013/10/22/pelagic-zone-pelagic-zone/

Filed under: Album Reviews, Jam, Vinyl, , , , , , , , ,

Januar 2018
M D M D F S S
« Dez   Feb »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  

Unsere Facebookseite

Link zu unserem You Tube Kanal

German Swordbrothers Festival im Lükaz/Lünen am 24.02.18

Alterna Sounds Festival in der Sputnikhalle/Münster (Westf) am 24.03.18

Rock meets Classic Tour 2018 vom 04.04 – 24.04.18

Tonzonen Labelnight in der KuFa Krefeld am 13.04.18

Roadburn Festival im 0 13 in Tilburg/NL vom 19.-22.04.18

Desertfest Berlin vom 04. – 06.05.18 in der Arena/Berlin

Freak Valley Festival 30.05. – 02.06. 2018 – SOLD OUT

Diese Artikel werden gerade gelesen:

%d Bloggern gefällt das: