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Rockblog on PLANET ROADBURN DAY ONE

(ol)Wie vor jeder Roadburn Tour wurde im Vorfeld geplant, Timetables durchforstet, Playlists gehört, Bands ausgewählt und versucht sich auf dieses außergewöhnliche Erlebnis vorzubereiten. Wie jedes mal kam alles völlig anders und das Festival überimmt die Regie vom ersten Moment deiner Ankunft und führt den wahren Burner an die Plätze die er besuchen soll. So war es auch bei diesem Schamanentreffen in der schönen Tilburger Innenstadt.

Nach perfekter Einweisung durch unseren Personal Camping-Host Jeff (Thumps UP !!) der schon von Blog Kollegin Kirsten mit Kaffee und guter Laune auf unsere Ankunft vorbereitet war, sollte unsere diesjährige ROADBURN Experience   mit klassischem Doom Rock in der legendären Festival Kirche HET PATRONAAT beginnen. Nachdem wir uns mit allen überlebenswichtigen Dingen wie Bändchen und Bier versorgt haben ging es  auf zu WRETCH. Ein klassischer Beginn mit SAINT VITUS  Doom Riffing und gefühlvoller rauher Gesangsperformance von Ex-THE  GATE OF SLUMBERS Frontmann Karl Simon.

(KiS) Mein erstes Mal. Mit den genial unkomplizierten Buddies Jan und Oli (alter Roadburn- Hase), die mir dieses legendäre Festival nahe gebracht haben. Mein Text hier also für Einsteiger und ich will-schon-immer-mal-hin Menschen! Ich bin sehr glücklich, mein Vorhaben dieses erste Mal gemütlich anzugehen und nicht in Panik zu verfallen erfüllt zu haben, weil: alles voll und überall Schlangestehen und so viele tolle Bands die sich überschneiden und 4 Locations im Umkreis von 200m. Zuerst die Hauptanlaufstelle Popodium013 mit Main Stage und Green Room (Garant für eingequetschten Musikgenuß ). Links herum durch die „Fressmeile“ ( mhm lecker Frites, Porno Burger, Pizza, Asia Food, Hot Dogs) am Merch vorbei (noch „linkser“ gelegen) Cul De Sac, der absolut kleinste Veranstaltungsort. Zur Rechten, wunderbar in einer alten Kirche gelegen Het Patronaat. Mein Beginn dort mit Wretch hinterlässt den tiefsten Eindruck und wird auch während der nächsten Tage mein Lieblingsort bleiben. „Rechtser“ weiter herum im Extase herrscht ebenfalls meist eine Körperkontakt-Atmosphäre.

Het Patronaat

(ol)Planmäßig stand dann die Rückkehr zu den Salt Lake City Ladies von SUBROSA zur Main Stage auf dem Programm. Zur Freude von Kirsten gab es dort als Bonus noch die letzten dreißig Minuten von CRIPPELD BLACK PHOENIX zu sehen. Die kurze Umbau Pause wurde genutzt um sich zunächst einen guten Platz auf der Empore zu sichern. Nach den ersten zwei Stücken war mir allerdings klar das mein Platz vor der Bühne war um die monumentalen Soundgewitter und bitter süßen Melodien, die mit musikalischer Perfektion dargeboten wurden, zu genießen. Vor allem die Songs vom aktuellen Album „For this we Fought the Battle of Ages “ ließen in der größten Roadburn Location eine schon fast sakrale Atmosphäre aufkommen und überzeugten mich nachdrücklich auch den für den nächsten Tag angekündigte „Subdued“ Acoustic Show im Patronaat  nicht zu verpassen.

Subrosa

mit Chor

(KiS)Nach dem grandiosem Sound von Wretch lauschen wir noch dem letzten CBP Song: We forgotten who we are, die im großen Saal ein riesiges Publikum erfreut haben. Erst von den oberen Rängen, dann doch ganz vorne Sub Rosa! Erstmalig beim Desertfest Antwerpen auf der kleinsten Bühne gesehen, reißt mich jetzt der Auftritt auf der Main Stage nicht ganz so mit. Trotzdem ein Farbenrausch mit den geigenden Damen, die am Ende noch mit einem kleinen Chor aufwarten. Die ergreifende, prickelnde Energie wird sich erst morgen am Freitag im Het Patronaat noch mal ausbreiten.

(ol)Da Bühnen Hopping beim ROADBURN dazu gehört wurde die Pause bis zum Auftritt von WOLVES IN THE THRONE ROOM zu einer kurzen Stippvisite bei ESBEN AND THE WITCH genutzt. Der zarte Post Rock mit Gothic Einflüssen  der britischen Band wusste zu gefallen, konnte mich allerdings an der Stelle nicht für längere Zeit fesseln.

Mit infernalischem Gitarren Geschredder und düsteren Growls verwandelten die US Metaller WOLVER IN THE THRONE ROOM als nächstes  die nebelverhangene und  blutrot stimmungsvoll ausgeleuchte Hauptbühne in einen Black Metal Altar, auf dem nordischer Brachial Sound auf das Feinste mit Post Rock Einflüssen verbunden wurde .

(KiS)Wolves in the Throne Room: Ein etwas ruhiger Einstieg, dann versinkt alles in schönen Nebelschwaden und ein wunderbarer Lärm dringt an die Ohren. Diese Band ist auch ein Augenschmaus, Langhaarfreunde können hier vor allem die Dame am Keyboard bewundern.

Wolves in the Throne Room

(ol)Die nächste Station war der erste Auftritt von GNOD bei der diesjährigen Roadburn Ausgabe. Der Schwerpunkt lag hier auf der elektronischen Seite der holländischen Grenzgänger. Noisy Synthesizer Drones, Loops und rhythmische Soundpatters verbunden mit Rezitationen ließen mich an frühe Auftritte von TED MILTON’s BLURT denken , der eine ähnliche Stimmung nur mit anderen Mitteln erzeugt. Der erste von insgesamt drei Auftritten war ein Beleg für die stilistische Offenheit von Publikum und Kurator des Festivals. Krautrock Einflüsse von Bands wie CAN, NEU! und Kraftwerk vermischen sich mit faustischem Punk Spirit zum  psychedelischen Gesamtkunstwerk GNOD.

Am frühen Abend das das absolute Must See des ersten Tages. JINX DAWSON zeigte mit COVEN warum sie als Vorbild für viele moderne Occult Rock Band mit Frontfrauen gilt. Neben famosen Proto-Rock gab es astreinen Mummenschanz mit theatralischem Auftritt aus einem auf der Bühne stehenden Sarg, Totenkopf, Kreuze und satanische Verse. Mrs. Dawson ist gut bei Stimme und auch kleine technische Probleme beim Gitarristen stören nicht die Faszination des europäischen Bühnen Debuts der legendären Band. Nach dieser erfolgreichen Bühnenrückkehr wurde anscheinend noch eine kleine Festival Tour in diesem Sommer geplant und somit gibt es unter anderem beim diesjährigen Muskel Rock  die Chance COVEN einmal auf der Bühne zu erleben. Don’t miss !!!

Gitarrist Coven

(KiS) GNOD ein Elektro-Altar auf der Bühne, ein Prediger im 80er Jahre-Style daneben, bewundernswert, wie diese Kombination funktioniert und bei mir beinahe Herzrhythmusstörungen hervorruft. ( kein Foto von mir)

COVEN: Altehrwürdige Band, für Alle eine Wahnsinns-Gelegenheit hier einem Live Auftritt beiwohnen zu dürfen. Hail Satan oder so ähnlich, wobei auch die unpassende „Beschilderung“ des Gitarristen schon vielfältig zu Recht geächtet diskutiert worden ist. Dafür hat er als Strafe wohl den ganzen Auftritt über seine Technik nicht in den Griff bekommen. So ein Pech. Deafheaven: mal kurz reingeschnuppert in cleanem, dunklen Death Metal um dann nach kurzem Spaziergang bei Ritual Objekt im Cul de Sac etwas auszuruhen.

Deafheaven

(ol)Der typische ROADBURN Flair sorgt dafür das die geplanten Besuche bei BATUSHKA,DEVIL AND THE ALMIGHTY BLUES und Michelle Nocon’s neuem Projekt BATSHEEBA zwar wegen Überfüllung ausfallen müssen, wir dafür aber in den Genuss der kraftvollen Rock’nRoll Show von SCISSORFIGHT kommen die ich überhaupt nicht auf meiner Liste hatte. Nach kurzem Ausruhen im CUL DE SAC bei RITUAL OBJEKT mit sphärischen Laptop Sounds also zurück in das 013. Die auch schon seit zwanzig Jahren aktive Band verwandelte den Green Room in eine biergetränkte Biker Bar und sorgte mit  Bühnenpräsenz und hartem groovenden Riffrock für einen echten Energie Schub für den Rest des Abends.(KiS)Auf unserer Wunschliste: Bathseba, Batushka, The Devil and the Almighty Blues. Nichts davon war möglich und wir enden beim furiosen Auftritt von SCISSORFIGHT im Green Room. Richtiger „auf die Fresse- Rock“, der um diese Stunde nochmal richtig wach und durchrüttelt!

(ol)Der erste Tag ging  zu Ende mit einer großen Portion „Americujana“ bei BONGZILLA. Wie schon beim belgischen Deserfest 2015 feierten die US Crusties ein Sludge Fest mit Southern und Stoner Parts und verwandelten die große Hauptbühne in ein grünes dampfendes Inferno. Gut aufgewärmt und zufrieden mit den musikalischen Erlebnissen des ersten Tages   konnten wir uns dann auf den Weg in die erste kalte Nacht auf dem Stadtcamping Platz an den Tilburger Bahnschienen machen. (KiS) Bongzilla: in grünen Nebel gehüllt, -wie auch sonst?- für mich das letzte Brett des Abends.

Cul De Sac

Merch

FotoCredits: ElHandy

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