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Moths & Locusts – Helios Rising

Moths-Cover(ch+to) Das neue Album der kanadischen Band ist eine Kombination mit Schmerz, Verwirrung und Wehmut und die Basis ist der traurige Tod des Vaters von Mike Breen, nur zwei Tage vor Beginn dieser Aufnahmen. Seine Gefühle dazu ergießen sich auch unüberhörbar in das gesamte musikalische Spektrum. Das Ergebnis ist in der Tat authentisch, aufwühlend und packend zugleich.

Der massive Opener „Our Dear Leader“ beginnt sanft und pastoral und geleitet in ein stürmisches Gitarrentempo über. Der Lauf lässt nie nach. Der Song verbindet Prog und Psych zu einen köstlichen Gemisch mit einem eingängigen Grundriff und dem leicht aus dem Gleichgewicht geratenen Gesang. Er ist sowohl schwer als auch melancholisch und hymnisch.

„Beach Party Shakedown“ erklingt mit vordergründigem Trommelschlag und gesprochenen Vocals und die Verschiebung zur einer Post-Punk Haltung ist da. Ja, sie rocken, aber das Unerwartete und Experimentelle ist nie weit entfernt. Schließlich werden die mehrstimmigen Vocals gestartet. Sie fliegen gehaltvoll in die Schallwellen. Der Song hat die Kraft der Natur mit dem heranrollenden und sägenden Gitarrengrundton.

„Troubled“ ist ein eigenartiger Song, der auf eine intensive innere Reise mitnimmt. Leicht gruselig, mit ungeraden Kanten. Die Stimmen kommen und zerfließen. Das Klavier mit dem gedämpften Gitarrennetz geht nahtlos in der experimentalen Klangkulisse auf und wird zum Formwandler für Orchestrales, das seinen Weg mit Charme in die Ohren sucht.

Dies ist auch der Fall bei „Invisible Light“: mit seinem gemächlichen Rhythmus und der feinen Gesangsleistung von Schlagzeuger Dave Bean. Suggestiv, schwebend und schimmernd, treibt der Song durch den Dunst der Fuzz-Schichten. Es ist musikalisch zwar weniger komplex als einige der anderen Songs, aber es ist diese einfache Struktur, die in den Bann zieht. Reverbdurchnässte Gitarren grooven bevor sie mit den Drum-Beats ausblenden.

„Capsule“ ist fesselnd und beunruhigend wie ein außer Kontrolle geratener Satellit. Das instrumentale Stück bietet eine andere Dimension mit mehr Psych und Reverb. Es erinnert an Bands wie Dead Sea Apes, auf der Suche nach neuen Möglichkeiten und Soundlandschaften die nicht so vertraut sind. Eine wirklich eintreibende und pulsierende Nummer!

„Aftershave & Nicotine“ wirkt im Vergleich zu allen anderen Songs sehr kurz bemessen. Kommt aber als guter Gehöranwärmer für das monumentale „Biblical Prophecy“. Mit einer Kombination aus Space-Rock, Shoegaze und Psych ist es der klaustrophobischste Track schlechthin! Die Töne wollen ausbrechen, werden jedoch zurückgehalten. Endlich, bei etwa siebeneinhalb Minuten, platzt der Klang regelrecht aus seinem Kokon, um die aufgestaute Spannung zu lösen. Ähnlich einer extrem kathartischer Form als ob Freude erst möglich wird, nachdem der Schmerz vorhanden ist.

Nach diesem zehn Minuten Monster kommt der Titeltrack „Helios Rising“. Es beginnt verhalten, steigt aber schnell an. Ein zärtliches Klavier stimmt ein, beginnt verhalten und breitet dramaturgisch seine Geschichte aus. Zum Ende wird also noch einmal ein letzter feiner Schub auf die Sinne geboten.

„Helios Rising“ ist ein erstklassiges und facettenreiches Album geworden. Es ist voll von spielerischen Ideen und Freiheiten, aber auch von Trauer und Melancholie. … (Charly+Tom)

Das Album erschien am 8. Juli 2016 via Mri Associated auch als Blue-Vinyl im Klappcover und auf CD.

Line-up:
Angus Barter
Dave Bean,
Mike Breen
Dave Read

Moths-Band

Tracklist:
01 – Our Dear Leader (4:34)
02 – Beach Party Shakedown (5:45)
03 – Troubled (5:49)
04 – Invisible Light (6:25)
05 – Capsule (5:14)
06 – Aftershave & Nicotine (1:58)
07 – Biblical Prophecy (10:39)
08 – Helios Rising (4:27)

Moths & Locusts – Bandcamp

Moths-LP

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