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Pavallion – Stratospheria

(as) Mit „Stratospheria“ entdecken „Pavallion“ die Langsamkeit in der Rockmusik tatsächlich neu, denn die Art und Weise, wie die Krefelder Tempo als Ausdrucksmittel verwenden, bleibt derzeit im Grunde genommen ohne Beispiel. Die Band beherrscht die große Kunst, selbst über ausgedehnte Passagen hinweg, in denen dem Anschein nach nicht viel passiert, bei der Stange zu halten, und schichtet Sounds nicht willkürlich übereinander, sondern steigert sich stetig in lautere (im doppelten Wortsinn quasi) Schwelgereien hinein.

Im Opener „Waves“platzt der Knoten erst nach fast fünfeinhalb Minuten. Bis dahin hat das Quartett mit sparsamem Rauschen und wenigen prägnanten Worten auf die Folter gespannt, was im weiteren Verlauf, während die Mammut-Kompositionen zwischenzeitlich wieder ruhiger werden, immer wieder geschieht. „Pavallion“ bilden auf diese Weise ein Panorama ab, dass wenn nicht 360 Grad vollmacht, mindestens einem Breitwandfilm entspricht.

Klar ist das Post Rock, aber mit deutlich anderem Verständnis als die Masse gespielt. Die Band lebt ihre Liebe zum Sound an sich zwar hemmungslos aus, doch wie sie sich selbst darin verliert, das hat sozusagen Methode.

„Monolith“ verschränkt fette, lange ausklingende Akkorde, die vage im Blues verwurzelt sind, mit einem hintergründigen Hauchen, das praktisch den zarten Puls des Stücks vorgibt. Während man Frontmann Sebastian Dückers, der seine Gedanken auf Englisch mit charmantem Akzent typisch deutscher Art äußert, an den Lippen hängt, begreift man auch, wie wichtig „Pavallion“ gleichfalls das ist, was eben nicht gespielt wird,

Die Eindringlichkeit des Gesangs erfährt während des Titelstücks und Magnum Opus (25 Minuten) am Ende ihren Höhepunkt, wenn der Frontmann „no more gravity“ skandiert, Nimmt die Gruppe nach ungefähr der Hälfte der Spielzeit Fahrt auf, bekommt man Gänsehaut. Ihr Gespür für Dramatik könnte feiner nicht sein, nicht zu vergessen Sebastians fesselnde Texte, die enger mit der Musik verbunden sind als bei den meisten Bands – gerade in diesem Bereich, falls sie überhaupt welche haben.

Am Ende hat man sich von drei sehr unterschiedlich ausgerichteten Tracks mitreißen lassen, die bewusst jeweils andere Aspekte der Klangphilosophie von „Pavallion“ hervorheben und im Augenblick wirklich mit nichts auf dem Rockmarkt vergleichbar sind. „Statospheria“ sollte jeder Mensch obligatorisch auf Rezept verschrieben bekommen.

40:22

Waves

Monolith

Stratospheria

Sebastian Dückers (v, g)

Steven Hein (g, v)

Andreas Zanders (b)

Piet Fischer (d, keys)

Tonzonen

www.facebook.com/pavallion

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Postrock, Rock,

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