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Zoahr – Off Axis

(as) Mit ihrem nachgerade lautmalerischen Namen suggerieren „Zoahr“ bereits, wessen Geisteskinder sie sind: Die Pfälzer knien am Altar des Riff-Gotts nieder und erweisen sich dabei als äußerst abgeklärte Jünger.

„Off Axis“ folgt zwar der reinen Glaubenslehre, hinterlässt aber einen sehr frischen Eindruck. Die Band hat die Originalität wahrlich nicht mit Löffeln gegessen, wenn sie ihren Stil auf Heavy-Blues-Licks, beispielhaft eingebunden im Kriecher „Pendulum“, und sehnsuchtsvollen Gesang setzt, der ein breiteres Gefühlsspektrum abdeckt.

Frontmann Jessie vermittelt mit seinem Vortrag eine gewisse Aufbruchsstimmung. Nach dem hämmernd vorantreibenden Opener „Interstate ‘68“, der ohne Text als längeres Intro fungiert, schlägt sich dies speziell im fast punkig, kurzen „Future Primitive“ und während „Vultures“ nieder, das sich als Visitenkarte des Trios empfehlen lässt.

Hinzu kommen eine Messerspitze Hendrix, von dem sich der Gitarrist und Shouter in puncto Klang und anhand einiger nahezu originalgetreu abgekupferter Wendungen eine Menge abgeschaut zu haben scheint. Die fast metallische Verzerrung rückt die fest im klassischen Stoner Rock verwurzelte Truppe wiederum an den Rand des prototypischen Heavy Metal der späten 1969er, also in die Nachbarschaft von „Black Sabbath“, „Blue Cheer“ und schließlich auch „Pentagram“.

„Zoahr“ zeigen sich stets verspielt, wenn auch nicht direkt progressiv, obwohl Stücke wie „Fast Lane“ und „Stamina“ (könnte auch auf „Master Of Reality“ oder „Sabotage“ von den genannten Briten stehen) recht komplex arrangiert wurden.

Die Band versteht sich also nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner der Kiffer-Szene und differenziert sich somit auch in erfreulichem Maße von ihr, ohne einen Stilbruch zu begehen. Kunststück? Nein, aber ein Zeugnis ausgesprochener musikalischer Klasse und Intelligenz.

„Escapist“ mobilisiert letzte Kraftreserven, ehe „Doomina“ ein Album mit enorm hoher Hook-Dichte angemessen hymnisch abschließt. „Off Axis“ ist als limitiertes, farbiges Vinyl (180g) direkt bei den hörenswerten Newcomern aus Pirmasens erhältlich.

http://www.zoahr.bandcamp.com
1] Interstate ‘68
2] Fast Lane
3] Pendulum
4] Stamina
5] Future Primitive
6] Vultures
7] Talisman
8] Escapist
9] Doomina

Andreas Schiffmann

Filed under: 60s, 70s, Album Reviews, Bluesrock, Heavy Rock, Proto-Metal, Stoner,

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