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Motorpsycho + Love Machine im Zakk in Düsseldorf am 26.07.18

(vo) Wenn ich über das Konzert nach dem Motto berichten müsste „ein vergossener Schweißtropfen ein Wort“ käme dabei in Papierform ein ungefähr 500seitiger Roman raus. Es war schon sehr extrem für unsere Breiten was da an Hitze in der Luft schwebte: bei der Fahrt von Hilden zum Zakk dank Stoffschiebedach und offener Fenster noch Feinwäsche-, im Zakk´schen Biergarten Buntwäsche- und beim Auftritt der nicht nur norwegischen Institution in Sachen innovativer Rock herrschten dann Kochwäscheartige Temperaturen. Es machte aber trotzdem großen Spaß beiden Bands zu lauschen….Vor dem Gang in die Aufgusslose Sauna erstmal etliche Bekannte begrüßt, darunter einen Geburtstagsmusiker und ein ganz frisches Ehepaar, auch einige Kölner trauten sich in die normalerweise für sie verbotene Stadt.

Um kurz nach 20 Uhr betraten, in vertrauter Umgebung, die Lokalmatadore Love Machine die Bühne, und nach dem ersten Song trauten sich doch etliche Leute aus dem Biergarten ob der sehr angenehmen Klänge in den langsam immer hitziger werdenden Club. Felix, Hendrik, Marcel, Noel und Thibaut fuhren einige Songs ihres letzten Albums „Times To Come“ auf, das ihrem Sound und ihrer Musik noch mehr Facetten als ohnehin schon verlieh, sie entwickeln sich stetig, Album um Album, zu einer der experimentierfreudigsten, noch jungen Bands (seit 2014) in Deutschland. Wir in unserem Blog sind seit ihrem Album „A Present To The Galaxy“ Begleitung auf ihrem Weg, der nun auch schon Auftritte nicht nur im Inland beinhaltet. In ihrer ca. 40minütigen Bühnenperformance hörten wir auch was neues, neue Klänge die auf dem im Herbst terminierten nächsten Album erscheinen, da kommt was feines auf die Teller der Republiken zu, dieses Mahl wird munden, garantiert, besonders den Leuten die alle musikalischen Schranken überwinden können.

Um 21:15 Uhr begann das für mich zweite Konzert der Trondheimer Alleskönner in Sachen Rockmusik. „Nur Rockmusik“? Das was sie seit 1989 bis ins hier und jetzt fabrizierten und heute abend fabrizieren steht auf dermaßen vielen musikalischen Füßen….Zuhause in fast allen Arten und Stilen, da fehlt kaum ein Genre. Deshalb, und eben auch deshalb standen auf den Parkplätzen in der Fichtenstrasse Autos aus halb Deutschland und angrenzenden Ländern, selbst England war vertreten. Greatful Dead und Gov´t Mule Fans sind Deadheads und Muleheads, Motorpsycho Fans könnten sich doch als Psychoheads bezeichnen, oder gibt es den Ausdruck schon? Sehr wahrscheinlich.

Die beiden Motorpsychogründer (1989) Bent Sæther – Bass und Lead Vocals, Hans Magnus Ryan, alias „Snah“ – Guitar und Vocals und der „neue“ Schlagzeuger Tomas Jarmyr brachten als fast ständigen Gast der letzten Jahre noch den schwedischen Kollegen Nils Reine Fiske an der zweiten Gitarre und Tasten mit, das macht den MP Sound noch variabler, fetter, umfassender.

Meine Motorpsycho Premiere feierte ich im Mai 2014 bei unserem Freak Valley Festival (Yvonne fasste es damals für unseren Blog in ihre Worte). Damals blickte und verstand ich ihren Sound noch nicht so, mittlerweile, nach einigen Erwerbungen aus ihrem umfangreichen Katalog (siehe Stickman Records) freunde ich mich immer mehr mit ihrem Musikverständnis an, sie sind eben „neben der Spur“, in ganz positiven Sinne gemeint.

Einstand: “ In Every Dream Home“ und „Bartok“ aus ihrem 2017er Album „Tower“. Zwei kräftig treibende Heavy Rocker mit wunderbarem Gesang, mit vollen Händen über uns ausgeschüttet, wobei „Bartok“ mit dem schwer schleppenden Intro beeindruckt…und dann geht´s ab. Und wieder dieser wunderbare Lead- und Backgesang. Schon hier das Fazit, das für die komplette Dauer des Konzerts (ca 145 min) gilt: die Band spielt auf keinen Fall ihren Stiefel runter sondern stachelt sich selber und uns zu Höchstleistung an. Schweißausbrüche auf Saiten, Felle, Tasten, auf Haaren, Stirnen, Armen. Ich kann gar nicht so viel Schweiß von der Stirn wischen wie der läuft. Die Photoverhältnisse sind schwierig, viel Geduld und die richtigen Augenblicke für gutes Schußfeld sind angesagt, der oft störende aber eben für Atmosphäre sorgende Kunstnebel und reinknallende LED Lampen zum Trotz sind doch ein paar brauchbare Aufnahmen gebannt. Als dritter Song erscheint von ihrem Album „Behind The Sun“ „On A Plate“, ein kurzer und knackiger Track.

Ich muß zwischendurch, trotz der musikalischen Klasse, immer mal wieder zum Glas greifen und die ca. 2 Grad kühlere Temperatur draussen im Biergarten geniessen. Nachher treibts mich auch zwei Mal auf die oberen Ränge: wir gucken von oben herab auf Band und Psychoheads, aber beileibe nicht von oben herab!

Leider war es, trotz aller Verrenkungen die mir noch möglich sind, durch an die Decke aufgehängte Planen unmöglich den kompletten Vierer zu verewigen.

Der hat weiterhin sichtlich Spaß an seinem Tun, das nochmal ausdrücklich betont, das Psychovolk ist begeistert. Es geht weiter und in mehrere Alben der Norweger: „Starhammer“ von der „Heavy Metal Fruit“, „The Wheel“ (was für ein Monster des Stonergenres) aus dem Werk „Timothy´s Monster“ und der Titelsong „The Tower“, Prog mit Beatles Touch in Vollendung.

Die Zugabe: „Fools Gold“.

Ein großartiger Abend ging ins Ziel, ich bedanke mich bei Motorpsycho, Love Machine, den Zuschauern, beim Zakk und bei Noisolution (Akkreditierung+Photopass)…..(volker)

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